Scheibenkritiken #4

12. Januar 2012 um 16:28 | Veröffentlicht in Musik | Hinterlasse einen Kommentar
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Erneut vier verhältnismässig kurze Reviews zu vier sehr unterschiedlichen Alben, die neulichstens ihren Weg in meine Hände gefunden haben. Das wärs dann auch schon von der Einleitungscrew, ich gebe weiter an die Reviewcrew.

Nice Peter & EpicLLOYD – Epic Rap Battles of History – Season 1

Tatsächlich – ich habe mir die CD der ersten Staffel bestellt – auch wenn es eigentlich die Videos sind, die die Battles ausmachen. Aber ich wollte die Leute dahinter, vorallem NicePeter und EpicLLOYD unterstützen und ausserdem wurde die CD in einer limitierten Edition noch von den beiden Jungs signiert. Find ich ziemlich knorke. Die CD enthält sämtliche 15 Rap Battles der ersten Staffel sowie zwei Live-Aufnahmen, also mit Band und so, der ersten beiden Battles. Die beiden Draufgaben sind auch dann eher enttäuschend und lieblos zusammengeschustert, wobei man sich auch fragt, wie sich Peter und Lloyd das vorgestellt haben, zumal wir es mit Rap Battles zu tun haben, und diese halt auch wirklich gute Beats verlangen. Die einzelnen Battles sind dagegen gewohnt gut und ausserdem hat man die Schlussminuten, in denen auf YouTube noch für jenste Videos geworben wurde, weggelassen. Und für Battles mit derart gelungenen Lyrics wie beispielsweise das Watsky-Battle ist die CD-Version doch noch recht angenehm.

– Dezember 2011 (DFTBA Records)

Agnes Obel – Philharmonics

Ich hatte das Glück, letzten November ein Konzert der talentierten Dänin Agnes Obel besuchen zu dürfen, eines der meiner Meinung nach besseren Konzerte 2011. Aber auch auf ihrem Debütalbum, das international sehr erfolgreich war, brilliert die junge Musikerin. „Philharmonics“ ist im Grunde ein tristes, melancholisches Album, doch Obel bringt mit ihrer Stimme und feinen Klängen einen Touch Verspieltheit und Fröhlichkeit hinein, sodass die Melodien zugleich berühren und oberflächlich gefallen. Dabei hält sie den Ball flach, setzt auf wenig Instrumente und simple Kompositionen, holt daraus aber das Maximum heraus, sodass das Album zeitweise sehr an die ähnlich aufgebaute Musik eines Yann Tiersen erinnert. Agnes Obel zählt zusammen mit „Philharmonics“ definitiv zu meinen Entdeckungen des letzten Jahres.

– 17. September 2011 (PIAS)

Charlie Winston – Running Still

Der smarte Brite brachte mit „Hobo“ vor zwei Jahren das in meinen Augen beste Album des Jahres heraus, und umso erstaunter war ich, als ich bis zum Release nichts von seinem Nachfolgealbum „Running Still“ hörte. Auf diesem experimentiert Charlie Winston gewohnt mit Rhythmen, Klängen und seiner Stimme – herausgekommen ist ein solides, wenn auch weniger buntes, dafür mainstreamtauglicheres Album, auf dem Winston gewohnt sozialkritisch und augenzwinkernd seine Geschichte, die in „Hobo“ ihren Lauf nahm, weiter spinnt. Highlights sind „Hello Alone“, „The Great Conversation“ (auf dem er sogar deutsch singt) und das intensive Stück „Until You’re Satisfied“. „Running Still“ ist damit ein würdiger Nachfolger, auf dem sich Winston aber nicht selbst kopiert, sondern neue Wege beschreitet.

– 21. November 2011 (Real World Records)

Wouso – Handwerk!

Wie ich auf Wouso stiess, das fängt, wie so oft, irgendwo beim Damian an. Er hatte mir einmal ein, zwei Albendesigns gezeigt, die er gemacht hatte (das andere war, glaube ich das alte Album NoFuture), darunter auch jenes zu „Handwerk“. Das ich dann kürzlich in einem grösseren Musikgeschäft entdeckt hatte und weil es in der Wühlkiste lag (traurige Wahrheit) auch gleich erstand. Auf seinem zweiten Soloalbum, das den Titel „Handwerk!“ trägt, wartet der Bündner mit dem Albumkonzept entsprechend zusammengebastelt wirkendem Sound und stellenweise etwas gar simplen Lyrics auf. Inhaltlich überzeugt das Album dagegen, Wouso spricht in seinen gesellschaftskritischen Texten soziale wie politische Themen an und beweist sich mehr als einmal als geschickter Wortakrobat – was „Handwerk!“ zu einem einfachen, aber in seiner Ausführung konsequenten und damit gelungenen Album macht, das den Platz auf meinem nächsten iPhone sicher hat.

– 1. März 2010 (Euphorie Records)

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