The Walking Dead – Staffel 1

13. November 2011 um 16:43 | Veröffentlicht in Kino / Film, TV | 7 Kommentare
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„Hey you. Dumbass. Yeah, you in the tank. Cozy in there?“

Vor einer Weile habe ich mich an die Comicreihe The Walking Dead von Robert Kirkman herangewagt, vorallem, weil die Reihe andauernd gute Kritiken erhielt, und ich ohnehin auf der Suche nach neuer Comiclektüre war, nachdem „Chew“ eine Ewigkeit pausierte, und „Morning Glories“ sich als Flop herausstellte. Als ich dann auch noch hörte, dass die Adaption durch Frank Darabont als Serie ebenfalls sehr gelungen wäre und mein Comicwissen bereits zur Sichtung der ersten Staffel ausreichte, war selbige natürlich kurzerhand gekauft.

Bei einem Einsatz wird Polizist Rick Grimes angeschossen und fällt darauf in ein dreimonatiges Koma. Als er erwacht, ist nichts mehr wie früher, denn in der Zwischenzeit hat sich das Bild der Welt, wie er sie kennt, drastisch verändert. Eine Zombieseuche ist ausgebrochen und jeder, der es nicht rechtzeitig aus der Stadt geschafft hat, wurde Opfer der Beisswut dieser hirnlosen „Walkers“. Mit viel Glück entkommt Rick einem Haufen Zombies und schliesst sich einer Gruppe Flüchtlinge an, die ausserhalb Atlantas ein Camp aufgestellt haben und einfach nur (über)leben möchten. Doch je länger, je mehr ist nicht mehr klar, ob es wirklich die Zombies sind, die eine Gefahr für die Überlebenden darstellen, und nicht sie selbst.

Als Adaption des Comics ist „The Walking Dead“ sehr gelungen. Die Macher haben relevante Storypunkte und Charakterzüge beibehalten, nehmen sich aber die Freiheit, Charaktere hinzuzufügen oder die Story abzuändern – letzteres vorallem in den letzten Folgen. Das ist meiner Meinung nach die beste Version, eine solch langatmige Story wie „The Walking Dead“ mit bereits 15 TPBs, für das TV-Format anzupassen – denn über die Dauer würden sich die Fans bei einer 1:1-Adaption verarscht vorkommen, ganz abgesehen von der Spannung, die ausbleibt. Etwas fragwürdiger ist das Hinzufügen neuer Figuren wie Morales oder Jacqui, die dann letzten Endes trotzdem, aus welchen Gründen auch immer, die Gruppe verlassen, und die dem Plot überhaupt nichts Neues bringen.

Andere Veränderungen sind aber auch positiv anzusehen – so brodelt es in der Serie nicht nur zwischen Rick und Shane, es gibt auch Konflikte mit Daryl (und sicher auch Merle, sobald dieser auf den Plan tritt) sowie Ed, die einen unvermeidlichen Showdown zwischen den beiden Polizisten in den Hintergrund stellen. Auch wenn ich mir diesen analog zum ersten TPB als Staffelfinale gewünscht hätte, bin ich dennoch zufrieden mit der ersten Staffel, die optisch, wie auch inhaltlich einfach umwerfend und gleichzeitig erschreckend bedrückend ist. Liebe zum Detail hat man bei der Schauspielerwahl bewiesen, und die Figuren ihrer jeweiligen Vorlage sehr ähnlich gestaltet, dabei aber auch talentierte Schauspieler gecastet, wie den Briten Andrew Lincoln, der einen glaubwürdigen Yankee abgibt.

Wem der Comic gefällt, der wird die Serie auch lieben. Ob das auch umgekehrt gilt, kann ich nicht sagen, vermutlich stört sich ein Serienfan am Fehlen bereichernder Figuren wie Daryl oder Merle. Dass „The Walking Dead“ mit seiner Spannung und dem interessanten Charakterdesign ein Highlight in der aktuellen Serienbrühe ist, das steht jedenfalls ausser Frage.

7 Kommentare »

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  1. Sehr schön geschrieben. Die Serie ist auch einfach nur genial, die Comics muss ich mir in naher Zukunft auch endlich mal „antun“.
    Und deshalb werde ich jetzt gleich auch endlich die Folge von letzter Woche nachholen, wobei morgen ja schon wieder die nächste kommt. Hach, good times =)

  2. Darf ich fragen, wie du sie guckst? Ich bin eben noch unschlüssig, ob ich zum Stream greifen soll, wenn ich ohnehin dann irgendwann die DVD kauf. Oder eben gerade deswegen.

  3. Gefällt mir gut, was du da schreibst, auch wenn ich nicht mit allem übereinstimme. Ich habe die Serie auf DVD und besonders der Pilot hat mich schwer beeindruckt. Die Stimmung ist großartig aufgefangen und teilweise noch bedrückender als im Comic – etwa als Rick das Krankenhaus verlässt.
    Die schöpferische Freiheit des Serienplots empfand ich dann aber doch sehr rasch als große Schwäche. Wo die tiefe der Charaktere im Comic rasant steigt und durch die viel kleinere Gruppengröße gefördert wird, erscheint mir das in der Serie mit einer vielfach größeren Gruppe nicht gelungen. Im Comic – so würde ich sagen – gibt es keine Redshirts. Wenn du in der Serie gleichmal den Namen von zehn Figuren nicht kennenlernst ist klar, dass sie belangloses Zombiefutter sind, während auch im Comic viele sterben, aber du bangst um sie, da du sie kennengelernt hast.
    Zudem sind viele Miniplots – ohne zu spoilern etwa die Sache mit der Gang oder der gesamten in Atlanta stationierten Crew bis hin zum Saison-Ende – eher platt und tragen kaum etwas zur Storyline bei.
    Ich werde mir die zweite Staffel auch noch ansehen, vorallem da sich hinter den Kulissen ja fast alles geändert hat. Mal sehen.

    Ansonsten, fast vergessen, halte ich den Comic für eine absolute Empfehlung!

  4. Ich fand die erste Staffel auch sehr gelungen und freue mich schon auf Staffel 2, wenngleich diese bisher eher schlechte Kritiken einfährt. Doch ich lasse mich überraschen.

  5. Ja, gucke die Folgen mehr oder weniger im Internet. Da es für die DVD ja noch geschätzte 1384 Monate dauern wird und ich meine Serien einfach gern so bald wie möglich gucke😉 Und was soll ich sagen? Es lohnt sich mMn sehr🙂
    Von schlechten Kritiken habe ich bisher nicht viel gehört, mehr noch von Kritiken generell, denn ehrlich gesagt hat mich allein die erste Folge der 2. Staffel schon wieder so umgehauen, dass ich da noch gar nicht drüber nachgedacht habe und es vermutlich auch nicht werde😉 Kann jetzt natürlich nur die Serie und nicht die Comics beurteilen, aber ich hänge an den Charakteren (ja, sogar an Shane😀 ) genug, damit ich in Staffel 2 wirklich mitfiebere, was als nächstes passiert. Und bisher fand ich sie vom sich allmählich setzenden Spannungsbogen tatsächlich noch deutlich besser als Staffel 1, auch wenn gar nicht mal sonderlich viel passiert ist…

  6. @George: Wenn ichs mir recht überlege, muss ich dir in den genannten Punkten zustimmen. Die Subplots und die vielen Charaktere waren eine Schwäche, vorallem, weil sie ja letztenendes trotzdem verbraten wurden. Dennoch denke ich, die Freiheit hat ihr Gutes, zum Beispiel, wenn ich an die Dixons denke.🙂
    @Bullion: Naja, Kritiken lassen mich mittlerweile recht kalt, ich vertraue auf die Skills der Macher.🙂
    @Lukas: Ich werds wohl trotzdem auf DVD gucken, ich habe eh noch anderes Material zum Gucken.🙂

  7. Klar haben solche Freiheiten ihre Vorzüge. Ich finde beispielsweise auch Shanes Rolle in der TV-Serie spannend. Was die DVD anbelangt, amazon.com hatte sie zur Einführung für 9,99$ im Angebot und das konnte ich denen einfach nicht abschlagen.😉


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