Streifenkritiken #2

22. Oktober 2011 um 16:20 | Veröffentlicht in Kino / Film | 13 Kommentare
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Ich wäre nicht ich, wenn ich nicht kurz einige Gedanken zu kürzlich während meines NY-Trips gesehenen Filmen in Worte gefasst hätte. Oder schon? Ich glaube ja, nicht. Darum hier das.

Mr. Popper’s Penguins (2011)

„I don’t like you…I don’t need you… I don’t want you in my life!“

Popper ist ein erfolgsorientierter Geschäftsmann, doch sein Familienleben, oder das was seit der Scheidung davon übrig ist, leidet auch darunter. Doch ein Haufen Pinguine, der ihm sein Vater vermacht hat, stellt sein Leben völlig auf den Kopf. Und diese tragen nicht nur dazu bei, dass Popper sich wieder mit seiner Familie einkriegt, sondern bewahren ihn auch davor, buchstäblich seine Kindheit zu verkaufen.

„Mr. Popper’s Penguins“ muss man mit den richtigen Erwartungen angehen – an einen vorhersehbaren Jim Carrey-Streifen voller Blödelhumor. Desweiteren gibt es Pinguine en masse, einen Clark Gregg in seiner S.H.I.E.L.D. Zoowärter-Rolle und nicht zuletzt einen lockeren und nicht zu peinlichen oder flachen Film für – Klischeefilmpromotionstagline incoming – die ganze Familie.


Midnight in Paris (2011)

„I would like you to read my novel and get your opinion.“ – „I hate it.“ – „You haven’t even read it yet.“ – „If it’s bad, I’ll hate it. If it’s good, then I’ll be envious and hate it even more. You don’t want the opinion of another writer.“

Ein gemeinsamer Urlaub in Paris – doch für Gil Pender ist das alltägliche Shoppen mit Freundin Inez und das öde Geschwafel ihres Bekannten nicht das, was er sich von der Stadt an der Seine wirklich erhofft. Als es ihn eines Abends mysteriöserweise in die Vergangenheit verschlägt, entdeckt er eine komplett neue Stadt – an Seite seiner Idole Ernest Hemingway, Scott Fitzgerald und Pablo Picasso. Und so wie er ihnen bei einigen Fragen im Leben zur Seite stehen kann, helfen sie ihm bei den Problemen, die die Stadt der Liebe mit sich bringt.

Es ist mein erster Woody Allen – soviel sei gesagt – wohl kaum aber mein letzter. Wie es ihm gelingt, seine namhaften Jungdarsteller (Owen Wilson, Rachel McAdams, Tom Hiddleston, Alison Pill) in einem traumhaften, aber nie kitschigen Setting perfekt in Szene zu setzen, und dabei nie zu wirken, als vergreife er sich an den Titanen der Kultur, das ist einzigartig. Ganz hintergründig kann man in den Film auch Botschaften über den Stellenwert der Vergangenheit, die Glorifizierung von Kulturgrössen oder politische Aussagen hineinlesen, wenn man will, kann man den Film aber auch ganz unvoreingenommen geniessen – wie man das auch Paris an sich kann.

The Ides of March (2011)

„All the reporters love you. Even the reporters that hate you still love you.“

Der Präsidentschaftskandidat der Demokraten, Gouverneur Mike Morris ist auf Erfolgskurs, und zu verdanken hat er das unter anderem seinem jungen Strategen Stephen Meyers, der zusammen mit Mentor Paul Zara an der Kampagne des Gouverneurs feilt. Als Stephen vom Strategen des Gegenkandidaten zu einem Gespräch eingeladen wird, wirft ihn Paul aus dem Boot – aufgrund mangelnden Vertrauens in die Aufrichtigkeit des jungen Mitarbeiters. Dieser will sich an Paul und Morris rächen, und da kommt eine Affäre des Gouverneurs mit einer Mitarbeiterin doch gerade recht.

George Clooney soll auch als Regisseur talentiert sein – sagt man. Für „The Ides of March“ trifft das mit Sicherheit zu – Mr. Nespresso erzählt in diesem Politthriller eine spannende Geschichte über Vertrauen und die Intrigen, die hinter den Kulissen ablaufen. Ob der Film nun ein politisches Statement hat, oder nicht, ist sekundär, denn die Geschichte spielt und funktioniert auch abseits des Politzirkus. Auch vor der Kamera glänzt Clooney, wobei er sich – bewusst – die Show vom abermals überzeugenden Ryan Gosling stehlen lässt, der an der Seite von Philip Seymour Hoffman zu Hochtouren aufläuft. Ein Oscar-Kandidat, wenn nicht -Preisträger in spe.

13 Kommentare »

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  1. Uiuiui, was für positive Kritiken. Hattest du bei Midnight in Paris nicht erst Bedenken, des Posters wegen?
    Und die 9.0 für Poppers Pinguine lassen sich bestimmt an deiner Zuneigung für ebensolche begründen, richtig?!😉

    Dennoch fabelhaft geschriebene Kritiken.

  2. Akw, so viele punkte für die pinguine? Hätte ich jetzt nicht erwartet. Aber Ides of march will ich auch sehen.

  3. @Lichtschwert: Danke…🙂 In der Tat, aber ich gab dem Film zum Glück dennoch eine Chance. Und ja, pinguinophobe Individueen werden wohl kaum auf die 9 Punkte kommen😉
    @Don: Naja, imho hält der Film was er verspricht, und daher gabs so viele Punkte. Und tu es!🙂

  4. Hui.
    „The Ides of March“ klingt echt spitze, hatte von dem bis vor ein paar Tagen auch noch nix gehört. „Midnight in Paris“ muss ich wohl irgendwann mal ne Chance geben – der klang immer so über-artsy😀
    Und Jim Carrey ist immer klasse.🙂

  5. Hui? Du hast von The Ides of March noch nix gehört. Shame toi.😉 Unbedingt schauen, würde ich meinen, genau wie Midnight in Paris, der alles andere als artsy ist. Einfach schön. Und Jim Carrey ist nicht immer klasse, eher im Gegenteil. :O

  6. Wie soll ich davon was hören, wenn weder hier noch auf YT großartig Trailer/Ankündigungen gezeigt werden? Ich kann doch nicht alle Filme im Überblick behalten😉
    Dass MiP nicht so artsy ist, ist gut. Und Jim Carrey ist klasse. Nur halt nicht alle seiner Filme.😀

  7. Ach, da hat wohl jemand die Spendierhosen aus Amiland mitgebracht. (Generous trousers?) Den Pingu-Film überlese ich mal dezent und haue lieber bei den „Iden“ in die Kerbe, den möchte ich nämlich auch ganz gerne sehen. Allein schon die Besetzung …❤

  8. @Lukas: Der wurde sogar hier promoted, also bitte.😉 Und Jim Carrey, ist wie bereits erwähnt, alles andere als Klasse. In Fact kenne ich genau zwei Filme, in denen ich ihn mochte. Mr. Popper und Truman Show.😉
    @Borstel: Wegen den guten Bewertungen? Meckerheini! ;D Und „The Ides“ ist wirklich awrrr. *.*

  9. Midnight in Paris habe ich (letztendlich „glücklicherweise“) in einer Sneak Preview gesehen. Nachdem der erste Schock wegen einer anstehenden Schnulze überstanden war, war ich von den Film richtig begeistert. Nichtsdestotrotz sind 1/4 der anwesenden Jugendlichen während des Films gegangen (nachdem ich aber eine frage à la „wer ist denn dieser hemmingGAY?!“ gehört hatte, hätte ich sie auch gern rausgeprügelt!).

    The Ides of March ist bis jetzt komplett an mir vorbei gegangen, werde ihn mir aber definitiv in naher Zukunft mal zu Gemüte führen. Hört sich auf jeden Fall interessant an!

  10. Mhm ich dachte ja auch, dass der zu schnulzig-artsy würde aber er ist echt cool. Und deine Aussage macht mich ja fast schon traurig. Autsch?!

    Wie schon zigmal gesagt – The Ides of March ja nicht missen.🙂

  11. Jungdarsteller im Zusammengang mit Owen Wilson finde ich sehr mutig.😀

    Und George Clooney hinter der Kamera geht immer: Confessions of a Dangerous Mind, Good Night, and Good Luck. und Leatherheads! Freue mich schon auf den Film.

  12. Du schmeißt ja mit Höchtwertungen um dich😉 Dein erster Woody Allen? Gerade als Scarlett Johannson Fan sollte man unbedingt noch Match Point und Vicky Cristina Barcelona gesehen haben!

  13. Letzterer steht auch noch oben auf der Liste.😉


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