Massenmörderhumor

26. August 2011 um 22:59 | Veröffentlicht in Die Welt... | 28 Kommentare
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info@titanic-magazin.de

Verehrteste Redaktion des offensichtlich qualitativ hochstehenden Satiremagazins Titanic,

Aus gegebenem Anlass erdreiste ich mich, Ihnen, den selbsternannten Experten des guten Humors, selbigen anschaulich zu erklären. Denn offensichtlich scheint Ihnen da irgendwo irgendetwas entgangen zu sein.

Was lustig ist:

  • Witze über den kleinen Mann mit dem lustigen Schnurrbart
  • Witze über den Kopierminister
  • Ironie
  • Witze über Gaddafi und andere hirnverbrannte Diktatoren
  • Running Gags
  • Witze über Hausfrauen
  • Versaute Witze
  • Running Gags
  • Witze über schlechte Filme
  • Witze ohne jegliche Daseinsberechtigung
  • Nonsens
  • Sarkasmus
  • Witze über Fäkalien
  • Witze über Justin Bieber
  • Witze über Justin Biebers Fäkalien
  • Schwarzer Humor
  • Witze über dumme Menschen
  • Witze über Lehrer
  • Witze über Stars
  • Witze über sich selber
  • Running Gags

Was nicht lustig ist:

  • Witze über Krawalle in London, deren Pointe ist, dass ein Massenmörder alle Krawallmacher abmetzelt

Falls Sie solche Witze lustig finden sollten, was ich Ihnen natürlich nicht untersagen möchte, schliesslich dürfen Sie ja tun und lassen, was Sie wollen, schicken Sie ihre Bewerbung bitte an den Treffpunkt unlustiger Zeitgenossen – MAD@panini.de. Dort sollten Sie gut aufgehoben sein.

Mit freundlichen Grüssen
Ihr Owley S. (Lacher)

Bilderquelle

28 Kommentare »

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  1. Die Zeitung ist mir nicht bekannt, kann mir also nur durch das Betrachten dieses einen Covers keine gültige Meinung zum Magazin machen.

    Aber “Owley S. (Lacher)”?

  2. Habe das Cover auch vorhin durch nen anderen Beitrag entdeckt. Ganz ehrlich, ich lache sonst wirklich über jeden Scheiß, habe eher sehr negroiden Humor und schrecke auch nicht davor zurück, mich mal auf Kosten anderer lustig zu machen. In einem halbwegs einsehbaren Rahmen, versteht sich.
    Und ich kenne auch Titanic und weiß, dass sie zu etwas anstößigeren Titelzeilen neigen, lache aber trotzdem oft darüber. Trotzdem: das geht meiner Meinung nach wirklich zu weit. Viel zu weit. Ich weiß nicht, wer auf die Idee kam, sowas veröffentlichen zu müssen (vermutlich der Chef…). Und wenn sie mit Reaktionen wie meiner vorhin alles erreicht haben, was sie wollten (vermute ich mal) – man sollte das Ganze eigentlich boykottieren. Klar, es wird öfter über das Leid anderer hergezogen und die will ich weder vergessen, noch andere Fälle verharmlosen (Stichwort Judenwitze und so ;) ); aber erstens bezieht man sich dabei meist auf Sachen, die weiter zurückliegen oder einfach in einem Rahmen, der die Opfer nicht 100%ig und überoffensichtlich durch den Dreck zieht. Meistens zumindest (teilweise schlechtes Beispiel meinerseits). Vor allem in dem Fall hier, der (meiner Meinung nach zumindest) in Tragik und Grausamkeit wirklich schon ziemlich weit oben steht, was aktuellere Schreckensszenarien angeht.
    Zugegeben: dass es humoristisch gemeint ist, leugne ich gar nicht, die Zeile hätte unter den richtigen Umständen vermutlich auch von mir stammen können. Aber ich hätte sie vermutlich nie laut geäußert (zumindest nicht in meinem normalen Umfeld) geschweige denn, sie veröffentlicht -.- Da wird mir in der Tat eher schlecht bei.

    Nennt mich sonst was, aber das musste ich dazu einfach mal sagen und mal kurz etwas Dampf ablassen. Und auch wenn deine (Owleys) Aussage dazu, die meiner ja zumindest in der Richtung ähnelt, in die sie beide gehen, vielleicht die Humorvollere ist: Ich sage sehr vieles im Leben mit Humor, Ironie oder Sarkasmus, manchmal sogar zu viel für den Geschmack mancher. Nur ist mir das bei dem Bild, dieses Thema betreffend, vorhin irgendwie vergangen. Obwohl ich weiß, dass es “nur” von Titanic stammt. So, und nu is wieder Ruhe. Danke.

  3. @Lichtschwert: Das hast du korrekt zitiert. Vielleicht könntest du noch anfügen, was dir nicht klar ist, falls du dir eine Antwort erhoffst.
    @Lukas: Nun, ich glaube zusammenfassend könnte man sagen, dass auch Humor Grenzen hat.

  4. Ich erkenne keinen Zusammenhang des “(Lacher)” zum Rest des Namens.

  5. Hat auch nichts mit meinem Namen zu tun, sondern mit meiner “Tätigkeit”.

  6. Es heißt ja immer Satire darf alles und bisher hat die Titanic ja vor keiner Katastrophe oder Tragödie halt gemacht, sei es nun Tsunami, Amoklauf oder was weiß ich. Einerseits haben die Opfer von Breivik ja nun nicht mehr Anteilnahme verdient als die Opfer anderer Katastrophen oder Amokläufe über welche die Titanic herzog.

    Andererseits gibt es seit Kriegsende in Europa kaum Fälle, die in Sachen Grausamkeit an den Fall Breivik heranreichen. Deshalb finde ich ebenfalls, dass Titanic hier etwas Fingerspitzengefühl häte beweisen müssen.

  7. @Laosüü: Da hast du Recht; und genau dieser letzte Punkt ist es eben, der mich dann wütend macht. Klar ist das auch subjektives Empfinden, ganz eindeutig, aber ich kann es ja auch nur auf diese Weise wirklich beurteilen. Quasi objektiv. Moment…
    @Owley: Jop, perfekt zusammengefasst :)

  8. Ist klar, dass die ganze mediale Aufbausche oft ein bisschen ein “ungerechtes” Bild der Katastrophenwelt zeichnet, Breivik-Opfer sind noch heute auf der Titelseite, die Opfer Gaddafis kümmern keinen. Dennoch sollte man beide gleich würdigen. :/

  9. Es ist ein schmaler Grat zwischen “Witze über einen Massenmörder” und “Witze über dessen Opfer”, und ich bin mir nicht recht im Klaren, ob dieser Grat hier überschritten ist oder nicht. So oder so: Wirklich lustig ist die Titanic schon seit Jahren nicht mehr.

  10. Kenne das Magazin nicht und das ist wie ich merke auch gut so. Nuff said.

  11. @Owley: da hast du Recht, prinzipiell sollten normalerweise (vielleicht gibt es ganz wenige Ausnahmen, aber das kann ich jetzt nicht genau sagen) keine Opfer einer Katastrophe anderen Opfern anderer Katastrophen “vorgezogen” werden, was Aufmerksamkeit angeht. Dass es in dem Fall so ist, hat aber glaube ich 3 Gründe:
    1)Dadurch, dass in Norwegen – im Vergleich zu Libyen, wohlgemerkt – “nur” 76 Tote zu beklagen sind, in Libyen jedoch unzählige mehr, deren Zahl man nicht mal genau kennt, wirken ebenjene letzteren Opfer einfach deutlich anonymer, was nicht unbedingt direktes Mitgefühl aufkommen lässt, wie bei Norwegens Opfern.
    2)Sind es in Norwegen ja vor allem wirklich ausschließlich Jugendliche (mit Ausnahme der Bombenopfer), die zu Tode gekommen sind, was das Ganze auf jeden Fall schon mal schlimmer erscheinen lässt (und imo irgendwie für mich persönlich auch macht), als die schwammigen “Toten” in Libyen.
    3)Norwegen als Quasi-EU-Land liegt sozusagen direkt vor unserer Haustür und gilt seit Ewigkeiten als terrorfreies und generell sehr friedliches Land. Da ist es, finde ich, kein Wunder, dass der Schock etwas unvorbereiteter kommt, als nach den ganzen Unruhen im Osten (Tunesien, Algerien, Ägypten, Syrien und co.) ;)

  12. Kleiner Nachtrag dazu: JAAA, ENDLICH GEHT ES, ICH KANN POSTEN! =) Danke, das musste sein.

  13. Also, Titanic gehen immer zu weit. Aber das ist auch Aufgabe von Satire. Natürlich ist das krass, aber die Aufgabe von Satire ist es, zu schockieren, den Finger in die Wunde zu legen und eine gewisse Distanz zu schaffen. Ob jetzt das indizierte Cover mit einem Foto von Beck und der Unterschrift “Knallt den Problembär ab!”, dem schaffickenden Papst (Unterschrift: Der Papst kommt), das Baby im Skelettkostüm mit dem Titel: “Endlich über den Tod lachen” (damals, als so viele Babys getötet wurden oder das Cover nach dem Selbstmord Enkes (Titel: Jetzt spricht der Zugfahrer: Ich habe Enke überlistet) – das ist im Prinzip alles nicht lustig und das soll es ja auch nicht sein. Was das ganze lustig macht ist doch vielmehr, dass immer wieder Bild immitiert wird und eben diese “Zeitung” oft nichts anderes macht (sprich Titelstorys a la “Breivik – Hat er blah blah blah”). Ob man jetzt über Breivick lacht oder aber über den viel schlimmeren Massenmörder / Terroristen Ghaddafi – das ist doch schlicht gleichgültig. Satire darf keine Grenze kennen, sonst wäre ihr Sinn verfehlt (so lernen wir es zumindest an der Universität). Wir haben heute die Vorstellung, Satire sei zum lachen da, aber sie ist viel mehr dazu da, dass einem das Lachen im Halse stecken bleibt und man sich über das Thema Gedanken macht. Ich würde wegen so einem Titel niemals eine Satirezeitschrift boykottieren. Jetzt mal ehrlich: Wer soll hier bitte Richter spielen, was darf und was nicht? Wir lachen über Hitler, Ghaddafi, Osama Bin Laden – aber nicht über Breivick? Ist für mich nicht wirklich logisch.

  14. Das hat was wahres dran, Julian.

  15. @Julian: Nun, wenn wir bei den Genannten übers Morden lachen, ist das dasselbe, wie hier, aber normalerweise macht man sich einfach über ihr Äusseres und ihre Eigenheiten lustig. Und da Breivik keine bekannten solchen hat, die ihn einzigartig machen, greifen die Titanicmacher halt zu einem anderen Brennpunkt. Meinetwegen mag es um der Provokation willen gemacht werden, mir gefällt es trotzdem nicht. Vielleicht ist das nun genau der erwünschte Effekt, mich bringt er weniger zum Nachdenken, da ich mir schon genug Gedanken dazu gemacht habe und es mich hier nur noch nervt.

  16. Ach was ich vergessen habe. Eine Bildschlagzeile lautete neulich: “London setzt XYZ ein – Jugendkrawalle gestoppt!”. Da ging es um einen amerikanischen Radikalcop, der gerne mal Randalierer erschießen lässt und dafür bekannt ist, keine Gnade zu kennen. Also, was lernen wir daraus? Breivick wird lediglich mit diesem Idiotencop gleichgesetzt. Da werden nicht die Opfer verhöhnt, sondern Menschen, die nach radikalerem Durchgreifen schreien, ohne nach den Hintergründen zu fragen (Vaterlosigkeit, Armut, fehlende Perspektive / Vorbilder etc.) oder die Folgen zu beachten.

  17. Habt ihr denn alle bereits die Realsatire in dieser einen Zeitung entdeckt, die auf Titanic verlinkt wurde? Da fragt einer – ich glaube in der Bunten – kurz nach den Attentaten: “Frank Walter Steinmeier – reif für die Insel?” Das ist krass. Die Opfer waren ja alle Sozialdemokraten bzw. Sozialisten.

    Link: http://www.titanic-magazin.de/news.html?&tx_ttnews%5Btt_news%5D=4393&cHash=84ceff8a89cba0833becf85ad5c76495

    @Owley: Schön finde ich das auch nicht. Aber ich bin radikal für Meinungsfreiheit und von daher…

  18. @Julian: So hab ich Satire in der Regel wirklich noch nicht betrachtet, zumindest nicht, was ihren Sinn angeht. Danke dafür. Ist immer gut, Dinge mal von einer anderen Seite sehen zu können :)
    @Topic: Natürlich fehlt da eine gewisse Logik, die eben nicht immer mit der gewissen Subjektivität eines Jeden vereinbar ist; trotzdem stimme ich Owley schon zu, mir gefällt es auch nicht und ich stelle mir dabei dieselbe Frage, die er sich schon stellt. Was mich allerdings dann doch stutzen lässt, ist die Tatsache, dass es mich, ganz im Ernst, nicht wirklich nachdenklich macht, sondern ziemlich ausschließlich wütend. Und das zeigt mir für mich schon sehr, dass es nicht unbedingt den Effekt hat, den es vielleicht haben sollte – oder soll pure Provokation wirklich schon das gewollte Ziel sein? Scheint mir eher unwahrscheinlich. Und falls doch, wäre es nur umso verwerflicher, auch in Angesicht deiner Erklärung zum Sinn der Satire.

  19. Halb so schlimm. Die wollen nur provozieren :)

  20. Ich mag es einfach nicht, dass Provokation mittlerweile alles rechtfertigt.

  21. Hab ich bisher noch gar nicht mitbekommen. Das ist ja übel! Aber irgednwie… typisch Titanic. Grenzen kennen die tatsächlich gar keine. Und in vielen anderen Fällen fand ich das eigentlich auch eher gut. Aber das hier, das ist echt nur übel. Ganz, ganz übel.

  22. Oh, hallo Ann… Frau Zimtapfel :D
    Kann dir nur vollkommen zustimmen. Man muss da irgendwie differenzieren zwischen angebracht und unangebracht, was aber wohl auch wieder rein subjektiv entschieden werden kann. Aber das hatten wir ja schon ;)

  23. Habt ihr denn schon die Leserbriefe auf Titanic-Magazin.de dazu gelesen? Keinerlei Begründung, warum gerade das Titelcover nicht lustig sein soll.

    http://www.titanic-magazin.de/news.html?&tx_ttnews%5Btt_news%5D=4444&cHash=10394efe3434532b60cf4d08496b6791

  24. Dein Link geht schon wieder nicht :D

  25. Mhhm, das ist ja blöd. Na, ist gleich der erste Eintrag auf deren Webpage. Überschrift: “Titanic-Leser stellen sich vor”.

  26. Titanic ist bekannt dafür, ne Menge von dem alten Zeug fand ich auch super, aber hier gehen sie meiner Meinung nach eindeutig zu weit!

  27. satire kann – wie julian auch schon geschrieben hat – mittlerweile keine Grenzen mehr kennen. vorallem, da heutzutage in allen (seriösen) gesellschaftsbereichen überall grenzen überschritten werden und alle möglichen tabus aufbrechen. satire soll misstände aufzeigen, notfalls mit dem vorschlaghammer.
    ich verstehe auch nicht, wie man sich über solch ein titelbild so echauffieren kann. klar, man kann es lustig finden oder auch nicht. aber monty python-filme werden doch auch von einem breiten publikum als witzig erachtet, obwohl es dort u.a. um grausame christenverfolgung oder kriegswirren geht. ob diese begebenheiten nun vor 1 tag oder 2000 jahren aktuell waren, spielt doch keine rolle. oder wie ist das zu erklären, dass täglich zig-tausend menschen an verkehrunfällen, hungersnot oder krankheiten sterben und trotzdem gelacht, getanzt und einfach weitergelebt wird? anteilnahme ist heuchlerisch und vorallem anmassend. keiner von den nichtbetroffenen kann sich in die geschwister oder eltern jedweder opfer hineinversetzen.

  28. Das mag sein, ich finde es aber auch nicht wirklich okay, wenn nun alles gemacht werden kann, weil es ja keine Grenzen gibt. Das ist beleidigend für Kunst, bei der sich Gedanken gemacht wurden und zeigt, dass es sich solche Leute einfach machen, indem sie sich alle Steine schon vom Vornherein aus dem Weg legen. Die Kunst ist doch eben, diese Steine gut einbinden zu können.


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