Captain America: The First Avenger (2011)

19. August 2011 um 11:08 | Veröffentlicht in Kino / Film | 11 Kommentare
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„I asked for an army. All I got is you. You are not enough.“

Der letzte der vier für das im kommenden Sommer startende Superhelden-Team-Up-Spektakel „The Avengers“ erforderliche Solo-Auftritt stellte die Macher vor eine mehr oder weniger knifflige Aufgabe – zumal Captain America durch seine Bindung an ein historisches Ereignis nicht zeitlos ist, und dadurch altern würde, und zum Zeitpunkt von „The Avengers“ rund hundert Jahre alt und somit wohl kaum eine Hilfe für die Rächer wäre. Wie das Problem in Captain America: The First Avenger gelöst wird, wird an dieser Stelle nicht verraten, aber dass diese Ausgangslage, und der Fokus des Films auf den 2. Weltkrieg viele neue Möglichkeiten für die Macher bietet, ist augenscheinlich.

Eigentlich wäre Steve Rogers, ein junger Kerl aus Brooklyn im Jahre 1942, gerne G.I. in Übersee, aber seine schwache Statur und diverse Gebrechen verhindern, obwohl er sich mehrmals an verschiedenen Orten bewirbt, seine Teilnahme am Krieg. Seine Hartnäckigkeit eröffnet ihm aber neue Möglichkeiten, denn der Ex-Nazi-Doktor Abraham Erskine sucht einen schwachen, aber grundguten Soldaten, um aus ihm einen amerikanischen Supersoldaten zu machen. Und als solcher muss sich Captain America, wie sich Rogers fortan nennt, dem fiesen Nazi-Bösewichten Johann Schmidt stellen, der unter dem Namen Red Skull sein Unwesen treibt…

Wohl kein Film des „Marvel Cinematic Universe“, wie sich das Universum um die Avengers neu nennt, lief so sehr Gefahr, dem Trash zu verfallen, wie „Captain America: The First Avenger“, der durch das Element des Supersoldaten und des zugehörigen Serums, zwischenzeitlich etwas sehr an Glaubwürdigkeit und Realität verliert. In solchen Momenten kriegt Regisseur Joe Johnston aber jeweils die Kurve, indem er den „ersten Rächer“ von seiner verletzlichen Seite zeigt, und ihm Schwäche und Versagensängste zugesteht. Leider gelingt es ihm aber nicht, Rogers wirkliche Tiefe zu verleihen, der Cap ist zu sehr unantastbarer Supermann und wenn es Raum gäbe, nimmt diesen schon die ganze Entourage ein.

Doch darüber hinwegzusehen ist einfach, wenn man sich bewusst ist, worauf man sich einlässt und wenn der Film als das, was er ist, an allen anderen Stellen perfekt funktioniert. Zum Beispiel beim Humor, der mit sitzenden One-Linern und einer dicken Portion Selbstironie punktet, etwas, was die überzuckerte Patriotisten-Tour dringend benötigt. Ebenfalls Opfer des von der Leine gelassenen Humors sind wir Schweizer, die immer wieder in den Genuss des luzernischen Fondue-Running Gags kommen. Und mit Anatole Taubman tut ja auch ein Schweizer mit. Als fieser Nazi.

A propos Darsteller – die sind gut, wenn auch die eigentlichen Helden, was Schauspielleistungen betrifft, Tommy Lee Jones als raubeiniger General und Stanley Tucci als Dr. Erskine inklusive gutem Akzent sind. Punkto Akzent kann sich auch Hugo Weaving (schon zum zweiten Mal auf der Suche nach einem magischen Würfel) von ihm eine Scheibe abschneiden, seine deutsche Herkunft nimmt man ihm zu keinem Zeitpunkt ab. Ansonsten gibt er eine gute Leistung als Red Skull ab, etwas klischeehaft, aber damit ist er bekanntlich nicht der Einzige im Film.

Wer sich schon lange auf „Captain America: The First Avenger“ freut, kommt mit Garantie auf seine Kosten – für andere könnte der abgedrehte Nazi-Trip unter Umständen ein bisschen zu altbacken, trashig und agitatorisch daherkommen. Gänzlich enttäuschen wird der Streifen aber vermutlich keinen Fan guter Action-Blockbuster.

 

11 Kommentare »

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  1. Hä? Warum knifflige Aufgabe für die Macher? Also die Lösung für das Problem mit der Zeit ist doch keine Idee vom Film…das ist ja altbekannt warum er sowohl im WW2 als auch in der heutigen Zeit jung sein kann.

  2. Das Problem ist vorallem, wie man das gut in einem Film umsetzen kann – der Comic hat ja im Grunde unlimitiert Ausgaben, um das umzusetzen. Aber ein Film kann auch nicht grenzenlos in der Zeit herumhüpfen. Und dann sollte das Ganze noch ein bisschen plausibel und untrashig daherkommen. 😉

  3. Ei, fein. Dann kann ich am Montag ja ruhigen Gewissens in die 3D-OV gehen. Was ich sowieso getan hätte. 😀

  4. Finde ich sehr gut. 🙂

  5. Wenn ich noch ein gutes Review dazu lese gehe ich vielleicht doch noch rein. Aber hey, warum hat eigentlich kaum jemand Planet der Affen gesehen bis jetzt?

  6. Ich hab ihn gesehen. Und finde ihn okay, also gut, aber er versagt imho ganz minim in den entscheidenden Momenten. Tatsächlich kommt da irgendwann noch ein Review, ich liess aus naheliegenden Gründen aber erstmal CapAm den Vortritt 😉

  7. Du bist zufrieden, bei Maloney ist man auch zufrieden. Da bin ich zufrieden und kann ja am WE beruhigt ins Kino gehen 😉

  8. Jetzt, nachdem ich ihn gesehen habe, musst du mir das mit der „kniffligen Aufgabe“ doch nochmals erklären. Das ist ja fast eins zu eins von den Comics übernommen. Was war denn da jetzt knifflig?

  9. Nicht dass er in der Zeit „reist“ ist knifflig, sondern die Art, wie man es im Film umsetzt. Ein Comic ist weder beim Umfang noch anders an Grenzen gebunden, aber ein Film kann nicht einfach umherhüpfen, und sollte doch beide Zeiten ähnlich berücksichtigen, und müsste das Ganze plausibel an den Plot knüpfen. Und irgendwie sollte man halt auch logische Bezüge zu den anderen Filmen bilden, was beim Comic auch nicht so ein Kriterium ist.

    Und: How was it? 🙂

  10. Grossartig. Vor allem aber sehr sehr hübsch anzusehen. Mit dir zusammen wäre er bestimmt noch hübscher gewesen. *flirt* *gay* *homo*

    Aber I still don’t get it. 🙂

    Gemäss Comic ist ja genau das passiert, was im Film passiert. Er friert ein, wird wieder aufgetaut und wird Chef der Avengers. Der „reist“ auch in den Comics nicht in der Zeit hin und her.

  11. Joa. Ich hab mir ja gedacht, dass wir es mit den Unsterblichen nochmals versuchen könnten. ♥

    Und eben. Ich meine nicht, dass es völlig anders angegangen wurde als im Comic, aber dass man es trotzdem nicht 1:1 so machen kann wie in den Comics. Und da ist halt dann die Aufgabe, es plausibel mit dem Plot zu verknüpfen, damit man nicht zuviele verschiedene Plotstränge hat. Es ist sicher nicht eine uhünen schwierige Aufgabe, aber es ist sicher ein zusätzlicher Punkt, der beachtet werden musste. Und wurde.


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