Du sagst, der Ton macht die Musik und ich treff keinen Ton.

31. Juli 2011 um 13:57 | Veröffentlicht in Musik | 2 Kommentare
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Vor einigen Jahren, als Jennifer Rostock gerade ihr zweites Album „Der Film“ rausbrachten, lernte ich auch Grossstadtgeflüster kennen, und ich kam nicht drumherum, eine Parallele zwischen bei beiden Bands zu erkennen, auch wenn Jennifer Rostock deutlich mehr Punk war. Als zum dritten Album, Mit Haut und Haar, der erste Track „Mein Mikrofon“ veröffentlicht wurde, war ich überzeugt, dass auch das Album selbst noch mehr Synthie und Electro enthält und somit so nahe an Grossstadtgeflüster kommt, wie das Jennifer Rostock nur kann. Ich irrte.

Das Album macht nicht denselben Sprung, wie das „Der Film“ zu „Ins offene Messer“, wo man von dreckigem Punk zu mainstreamigem Electro-Punk wechselte. „Mit Haut und Haar“ ist ein bisschen mehr Pop und ein bisschen weniger Punk, kommt brav daher, und hat die besten Tracks, wie „Mein Mikrofon“ und „Der Kapitän“ schon als Singles ausgekoppelt oder andersweitig im Vorfeld released. Natürlich bietet das Album auch andere, gute Songs, wie „Meine bessere Hälfte“ oder „Lügen haben schöne Beine“, die nicht nur durch die erneut grossartigen Texte und den Jennifer Rostock typischen poetischen Wortwitz bestechen, sondern auch auf musikalischer Ebene punkten.

Allgemein aber ist das Album zu brav, das Biest Jennifer Rostock wirkt gezähmt, und man fragt sich, ob man vielleicht endlich das wahre Gesicht der deutschen Electro-Punker gesehen hat – es wirkt fast, als wollten sich Jennifer Rostock um jeden Preis härter darstellen, als sie wirklich sind, um sich von den anderen deutschen Exporten „Juli“, „Wir sind Helden“ und „Silbermond“ abzuheben, denen sie auf dem Album zeitweise so ähnlich klingen. Leider gehen diese Versuche gerne in die Hose, wie das im Grunde recht gelungene „Es war nicht alles schlecht“ zeigt – ein Song, bei dem man ein Featuring mit einem recht untalentierten Shouter hat, der ebensowenig zum Song passt, wie zu Jennifer Rostock – ein Gastspiel also, das man lieber schnell vergessen sollte.

Was bleibt also vom mittelmässigen „Mit Haut und Haar“? Sicherlich die guten Tracks, aber auch die Hoffnung, dass Jennifer Rostock zurückfindet zu guten Klängen, oder zumindest eine richtige Entwicklung durchmacht. Aber eben, das Album ist kein völliger Fehltritt, nur haut es einen nicht von Anfang an weg. Oder um es in den Worten der Band zu sagen: „Es war nicht alles schlecht“

2 Kommentare »

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  1. Also ich liebe JR – keine Frage, aber das „neue“ Album bietet absolut keine Konkurrenz. Die ersten Alben war top – hoffe – wie du – auf Besserung!

  2. Ich denke, ja dass sie so oder so live abrocken, aber das Album bietet nicht viel Möglichkeiten – zum Glück haben JR aber schon so eine gute Livequalität. 🙂


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