SERIES: The Fast and the Furious (2001 – 2011)

23. Juli 2011 um 13:59 | Veröffentlicht in Kino / Film | 3 Kommentare
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Kaum eine Filmreihe ist so spurlos an mir vorübergegangen, wie jene Filmreihe, die heisse Schlitten und schnittige Ladies so sehr zelebriert, wie Fluch der Karibik seinen Johnny Depp. Die Rede ist von The Fast and the Furious, den mittlerweile fünf Spielfilmen (und zwei Ultra-Kurzfilmen, die meiner Beachtung aber nicht wirklich würdig sind und deshalb auch hier keine Erwähnung finden) um die beiden Pistenrowdies Dominic Toretto und Brian O’Conner. Bis vor kurzem jedenfalls waren mir die Streifen ziemlich egal, aber irgendwie hat es der aktuellste Streifen „Fast Five“ geschafft, meine Aufmersamkeit auf sich zu ziehen, sodass ich ihn mir im Kino angesehen habe – ganz ohne Erwartungen und lediglich auf einen sinnbefreiten Actionraserknüller hoffend. Danach konnte auch ich mich den Vorgängern nicht mehr entziehen.

The Fast and the Furious (2001)

„Hey, you just can’t climb in the ring with Ali ‚cause you think you box.“

Im ersten Teil der Reihe unterwandert der Cop Brian O’Conner eine Gruppe Autofreaks, die regelmässig illegale Strassenrennen veranstalten, um eine Reihe von Raubüberfällen aufzuklären, die mit getunten Schlitten begangen wurden. O’Conner vermutet den Star dieser Rennfahrer, Dominic Toretto, dahinter, ist aber je länger, je mehr überzeugt, dass Toretto unschuldig ist. Die Polizeibeamten glauben jedoch, dass Brians Sinne von Dominics schöner Schwester Mia getrübt werden, und fordern ihn auf, zu handeln. So muss sich der junge Undercover-Agent zwischen seiner Karriere und der Freundschaft zu den Rennfahrern entscheiden.

Ein bisschen sieht man dem Film sein Alter schon an, auch wenn das fast schon ironisch anmutet, ein Film von 2001 als „alt“ zu bezeichnen. Aber mit der Geschwindigkeit, mit der neue Filme kommen, ändert sich eben auch die Qualität der Filme. Für einen Actionfilm ist er aber ganz gut, und kann locker auch mit jenen heutigen Actionstreifen mithalten. Ansonsten fehlen dem Film aber all die Dinge, die auch einem Actionfilm der heutigen Zeit fehlen: Eine wirklich packende Story, gute Schauspielleistungen und grosse Dialoge. Aber eben, das sollte man auch besser gar nicht erwarten. Die Punkte fährt der Streifen dann eben auch vorallem in optischer Hinsicht ein – sei das wegen der guten Bilder, wie den Aufnahmen der Rennszenen, oder wegen der doch recht gut gealterten Effekte. Und wegen der Ladies. Ohne Frage.

2 Fast 2 Furious (2003)

„You might wanna keep your eyes on the road, playboy.“

Nachdem er das Fass einmal mehr zum Überlaufen gebracht hat, wird der flüchtige Ex-Cop Brian O’Conner in Gewahrsam genommen, wo er vor die Wahl gestellt wird: Entweder wandert er vor einen Richter für seine Vergehen, oder er spielt mit in einem brandheissen Spiel, das die Cops aufziehen: Mit O’Conners Hilfe und jener seines Kindheitsfreundes Roman „Rome“ Pearce, wollen sie einem schmierigen Geschäftsmann das Handwerk legen. Doch dieser scheint nicht umzukriegen zu sein, und obendrein scheinen ein übereifriger und eine heisse Cop den Beiden zusätzliche Probleme zu bereiten.

Das zweite Abenteuer steigt ohne Vin Diesel, und damit hätten wir eigentlich schon ein Grund, dem Streifen null Punkte zu geben. Hallo? Kein Vin Diesel? Nun gut, null Punkte gibt es nicht; vorallem, weil der Film abgesehen von Diesels Abwesenheit, meiner Meinung nach ähnlich, oder gleich gut ist, wie der Vorgänger. Die Rennszenen sind erneut packend, wobei man diesmal auf etwas spannendere Nebenfiguren gesetzt hat, als noch zuvor. Auch für die Hotness ist unter anderem mit Evaawr Mendes und der Halbschwester von Steve Aoki gesorgt. Warum man sich aber immer noch so verzweifelt an Paul Walker festhält, verstehe ich auch nicht ganz, der Typ ist mir immer noch sehr unsympathisch, und kann es nicht in seinen kühnsten Träumen mit der Awesomeness von Vin Diesel aufnehmen… Bro.

The Fast and the Furious: Tokyo Drift (2006)

„What’d you expect? You didn’t just play with fire, you soaked the matches in gasoline.“

Sean Boswell muss bereits als Minderjähriger aufgrund zahlreicher illegaler Rennen die USA verlassen, um einer Disziplinarstrafe zu entgehen – und weiteren Problemen aus dem Weg. Dazu zieht er zu seinem Vater nach Tokio, doch die Probleme lassen auch dort nicht lange auf sich warten. Er trägt ein Rennen gegen Takashi, den DK (Drift King) von Tokio und Neffen des Yakuza der Gegend aus, und zieht dessen Aufmerksamkeit auf sich. DKs Partner Han sieht in Sean einen guten Kerl, nimmt sich seiner an und bringt ihm das Driften bei. In einem letzten, alles entscheidenden Rennen stehen sich schliesslich DK und Sean gegenüber…

Nochmal kein Vin Diesel ist einmal zuviel. Obwohl schon das letzte Mal einmal Diesel-frei zuviel war. Okay, okay, es gibt ja Vin Diesel gegen Ende, aber das ist nicht wirklich genug, um mich zufriedenzustellen. Immerhin bleibt Paul Walker aussen vor, aber seiner statt wurde mit Sean Boswell aka Lucas Black ein noch weichlicheres Dingsbums hinters Steuer gesetzt, dass man sich fast schon Brian O’Conner zurückwünscht. Da helfen auch gute Bilder, gelungene Kamerafahrten, ein fetziger Soundtrack und vorallem der von Sung Kang grossartig gespielte Han Seoul-Oh nicht drüber hinweg, dass Tokyo Drift der schlechteste Teil der Reihe ist. Immerhin bleibt der Film dem Grundgedanken der Serie treuer als der zweite Teil, und zeigt mehr Rennen, Autos und heisse Damen, aber auch davon dürften es gerne mehr sein. Vor allem von Letzeren.

Fast and Furious (2009)

„This is where my jurisdiction ends.“ – „And this is where mine begins.“

Back to the Roots, back to the Torettos: Nachdem Dominic Torettos Freundin Letty umgebracht wird, begibt sich dieser auf die Suche nach dem Mörder. Dabei führt ihn die Spur zu einem Drogenboss namens Arturo Braga, der auf der Suche nach einem Fahrer ist. Zu diesem Zweck veranstaltet er ein Rennen, und dessen Sieger darf für ihn Drogen schmuggeln. Doch auch das FBI ist hinter Braga her, und schickt Brian O’Conner, den Cop, den Dominic nur zu gut kennt, ins Rennen. Beide verfolgen dasselbe Ziel, doch gehen anderen Motiven nach – und am Schluss kann nur einer gewinnen.

Boom-Lay! Corona-Liebhaber Vin Diesel kehrt zurück, und mit ihm auch Michelle Rodriguez, und das ist gut so. Nach dem eher verhaltenen Asientrip ist selbst Paul Walker auszuhalten, und auch Super-MILF Jordana Brewster als Mia, Dominics Schwester, ist nur ansatzweise überflüssig. Dafür degradiert man Rodriguez und Sung Kang (Han Seoul-Oh) zu Nebenfiguren, die, wie es scheint, nur dazu dienen, die doch je länger, je mehr, lose aneinander gereihten Filme zu verknüpfen. Klappt aber wie gesagt nicht wirklich, und so bleibt ein fahler Nachgeschmack. Anders sieht dies bei der Action und den Stunts aus, sowie den eigentlichen Hauptdarstellern der Filme – den Autos. Die kommen gut zur Geltung und dürfen in unzähligen Rennen, Schmuggeltrips und Verfolgungsjagden zeigen, was sie draufhaben. Regisseur Justin Lin hat nach dem Tokio-Debakel den Tritt wieder gefunden, was die Reihe in letzter Minute vor dem Gnadenstoss rettet.

Fast Five (2011)

„And above all else we don’t ever, ever let them get into cars.“

Mit der Hilfe seiner Schwester und deren Freund Brian kann Dominic Toretto einer lebenslänglichen Haftstrafe entgehen, und flüchtet mit den beiden nach Rio de Janeiro. Dort wartet bereits ein neuer Job auf sie – ein Autodiebstahl soll in einem Zug über die Bühne gehen. Doch das Ganze läuft schief und plötzlich haben die drei noch mehr Ärger am Hals als zuvor. Denn nun sitzt ihnen nebst ihren Auftraggebern auch noch ein gründlicher DSS-Agent im Nacken. Doch Dominic mag nicht länger fliehen und ist bemüht, unter das ganze Katz- und Maus-Spiel ein für alle Mal einen Schlussstrich zu setzen.

Auch wenn der Film eine ziemliche Ocean’s 11-Kopie zu sein scheint, und sich weniger auf die Autos oder Rennen fokussiert, als die Vorgänger (was wohl daran liegt, dass mit einem Dwayne Johnson an den Fersen schlicht die Zeit dazu fehlt) ist es doch der beste Film. „The Rock“ ist ein würdiger Gegner für die Truppe um Dominic Toretto und war vermutlich mitbeteiligt für die hohen Zuschauerzahlen. Mit seiner Ramboart und einem feinen Gespür für Details gibt er den besten und gefährlichsten Gegenspieler des gesamten Franchise ab und konnte zum Glück als solcher beibehalten werden, sodass wir ihn in Fast Six vielleicht wiedersehen könnten. Auch die Musik stimmt, die Bilder von Rio sind, trotz gefühlten tausend Shots der Christusstatue, gut eingefangen, was sich gerade bei den Verfolgungsjagden durch die Slums oder den rasanten Autoverfolgungsjagden (wieder einmal) zeigt. Ein kleiner Wermutstropfen ist aber, dass dem Outlaw-Team, das aus Charakteren aus sämtlichen Vorgängerfilmen besteht, soviele Freiheiten zustehen, und ihnen trotz auffälliger Autodiebstähle oder Einbrüchen keiner auf die Schliche kommt. Aber das gehört wohl zum Klischeefilm, wie Vin Diesel zu einem guten Teil der Filmreihe.

Overall

Es ist die unbestrittene Zauberformel: Vin Diesel + Autos + Mädels = Yeah. Nicht umsonst waren die beiden Filme in denen das amerikanische Äquivalent zu Jan Delay fehlte, Flops. Dominic Toretto ist der Jack Sparrow der Tuningfilme, das NOS der Strassenrennszene – ohne geht nicht. Abgesehen von Vins On-Off-Beziehung mit dem Genre blieben die Filme ihrem Stil entsprechend treu. Das Flair ist immer Hip-Hop, in beinahe jedem Film hat eine Rapgrösse einen Auftritt, sei es als Veranstalter von Rennen, oder sogar direkt hinter dem Steuer. Das mag zwar einige stören, mir gefällt das aber auch als eher rapophobem Zuschauer ganz gut, weil es so perfekt in dieses Genre passt, und weil es so konsequent umgesetzt wird. Dafür mangelt es von A bis Z an guten Gegenspielern, zählt man den von Dwayne Johnson gespielten Hobbs zu den Bösewichten, so ist das der einzige ernstzunehmende und der mit Abstand beste Antagonist der Reihe. Und wie kürzlich bekannt wurde, wird „The Rock“ seinen Part für einen sechsten Film wiederaufnehmen. Daher bleibt zu hoffen, dass Justin Lin die Gratwanderung zwischen Heist-Movie und Auto-Blockbuster erneut so grossartig meistert, damit wir uns aufs Neue von den Schnellen und den Wilden begeistern lassen können.

3 Kommentare »

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  1. Ein wenig hast du dich da vertan: Auch wenn ich den letzten Teil noch nicht gesehen habe, so ist der zweite Teil der schlechteste der Serie, nicht der dritte.
    Aber das kann ja mal passieren.

  2. Stimmt. Der Zweite ist unterirdisch. Verdient keine 3 Sterne. Der Dritte ist nicht gut, aber ganz nett.

  3. @Xander: No way. Tyrese Gibson ist tausend milliarden Mal besser als der doofe Typ. Das rettet Teil 2. 🙂
    @Anonymous: Oha. Ich verstehe nicht, was man am 3. „nett“ finden kann. Ich hab mich zu Tode gelangweilt. :O


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