Blick am Abend: First Class

15. Juni 2011 um 21:17 | Veröffentlicht in Die Welt..., Ich, Kino / Film, Tag | 20 Kommentare
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redaktion@blickamabend.ch

Liebe Redaktion vom Blick am Abend,

Ist ja nicht so, als würde ich mich ernsthaft über Qualitätsmängel in Ihrem Blatt beklagen. Das wäre etwa ähnlich sinnvoll, wie wenn ich McDonald’s vorwerfen würde, mir ungesundes Essen vorzusetzen. Trotzdem amüsiere ich mich gerade ein bisschen über die Redaktoren, die sich für den Kinoteil verantwortlich zeichnen. Scheint mir nicht so, als würden sie sich für die Materie interessieren. Falls Ihnen der Fehler im Bild nicht aufgefallen sein sollte, es handelt sich um den Titel des Films, der ein kleines bisschen falsch ist. Genau, Sie haben es mittlerweile richtig gegooglet, der Film heisst „X-Men: First Class“ oder eben „X-Men: Erste Entscheidung“.

Das haben die beiden „Filmkritiker“ immerhin mitgeschnitten, und das muss ich ihnen wirklich zugute halten. Denn sonst gibt es nicht wirklich viel zu loben, aber eben – ich lese den Kinoteil nicht wirklich, weil ich kompetente Kritiken erwarte. Das wäre dann doch ein bitzeli zu viel verlangt. Immerhin gefiel dem Herrn Rüttimann der „vierte X-Men“ (ich habe nachgezählt und komme erstaunlicherweise auf deren fünf, aber vermutlich leide ich auch unter Diskalkulie) gut, und das freut mich natürlich auch. Mir ist selbstverständlich auch nicht entgangen, dass die Dame mit dem schönen Namen Ana Maria Haldimann nicht mehr schreibt, das finde ich irgendwie erstaunlich. Befasste sie sich doch in ihrer letzten Kinokritik ausführlich mit den Schwangerschaftsgerüchten um January Jones, also einer Thematik, die eigentlich recht Blick am Abend-mässig ist. Seis drum, hoffen wir, dass es die neue Redaktorin, sozusagen die „Second Generation“ der weiblichen Kritikerinnen besser macht.

Mit freundlichen Grüssen
Ihr Owley (Generation Y)

20 Kommentare »

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  1. Da steht Stundent Oo

  2. Aua. Sowas tut immer weh zu lesen. Aber der Kommentar… nice one! Anders sollte man sowas auch nicht kommentieren. 😉

  3. @Christian: Ich dachte mir noch, ob ich das auch in meinen Rant-Post miteinbeziehen sollte, aber das war mir dann fast schon zu unkleinbürgerlich 😉
    @Lukas: Danke, mal schauen, was mir als nächstes zum Meckern in die Finger kommt 😉

  4. Boah, wie scharfzüngig und gemein! 😀

    Darf ich fragen, wie du den Blutflecken-Stil in der Grafik hinbekommen hast? Fachgesimpel ist erwünscht.

  5. Danke, danke. 🙂
    Eine Ebene hinter den alten Herrn gelegt, mit dem Kratzbürstenpinsel ein paar mal mit rot drüber gefahren. Dann den selben Pinsel auf den Radiergummi angelegt und mit dem ebenfalls ein bisschen reingekritzelt. Dann nochmal dasselbe Spiel mit etwas weniger Deckkraft. Die Flecken sind eine Vorlage und finden sich im „Eigene-Form-Werkzeug“. Mehrere solche Formen gezeichnet, unterschiedlich gross und um den Wiedererkennungsfaktor noch mehr zu senken, etwas gedreht und so. Ziemlich simpel/billig, eigentlich 🙂

  6. Der Typ im Header kommt mir irgendwie bekannt vor…

  7. Also mir nicht. 🙂

  8. Toll! Ich meine dich, nicht den Artikel. Solche Gedanken hab ich beim BaA und den 20Min ständig. Aber wenn ich die in Worte fassen würde, müsste ich einen eigenen Blog dafür gründen… 🙂 Das sind keine Kritiker, das sind Filmfans, die keine Ahnung haben und sich so nennen, weil sie wissen, von welchem Film der Satz „I am your father“ ist. Aber was ILM, New-Directors-Wave und Francis Ford Coppola ist wissen die nicht mehr. Im Ernst graval, die meisten von uns hätten mehr Ahnung als diese Typen in den Gratisblättern. Die schreiben in 2 1/2 Sätzen was sie über die Schauspieler durch das neueste Klatschheftchen erfahren haben, wer seinen Job schlecht macht (ohne Grund) und wer der Regisseur ist (mit dem Namen falsch geschrieben). Und wie viel Popcorn der Typ eine Reihe vor ihnen auf den Boden geschüttet hat und warum deshalb der Film schlecht war. Nicht zu vergessen die politischen Beweggründe, die in belanglose Floskeln verpackt als „Filmkritik“ durchgepresst werden. Dann benutzen die noch Wörter wie „konservativ“ und „amerikanisches Popcorn-Kino“ weil diese Wörter in der CH-Medienlandschaft einfach alltäglich sind. Die wissen nicht was diese Wörter bedeuten. Sie sind einfach cool und Mainstream! Und der Rest ist abgeschrieben von irgendwelchen renommierten Filmkritikern über 55 (die meist auch keine Ahnung haben). Ein krasses Beispiel: Über einen Animationsfilm (weiss nicht mehr welcher) hab ich auf wikipedia die Kritik eines solchen Kritikers gelesen. Die exakt gleichen Worte waren auch im 20Min zu finden, einfach noch umgeschrieben wie wir es in der Primarschule gelehrt bekommen…. Ich glaube mein Standpunkt ist klar 😀

  9. Jup, ist klar, und das haben wir ja auch schon mal besprochen. Zum Einleitungssatz kann ich nur sagen: „Charming – to the last!“ 😉

  10. 😉

  11. @ graval
    Ach, dafür gibt’s eigene Pinsel und so? Wusste ich nicht. Danke!

  12. @Lichtschwert: Jup, ist so ein Pinsel, der ziemlich zerkratzt aussieht. Gibt einige verschiedene, welchen du nimmst, ist egal 🙂

  13. Hm, solange ich noch nicht auf dem Niveau schreibe, ist ja alles in Butter. 🙂

  14. Das erinnert mich gerade übrigens an „unsere“ Bild hier in Deutschland. Ist ja quasi dasselbe, vielleicht sogar noch ne Spur stumpfer (wobei ich den Blick nur das eine Mal in Zürich im Vorbeigehen gesehen habe 😉 ) und popularistischer (gibt’s das Wort? :D)…
    Und einmal haben sie es tatsächlich gebracht, einfach den Storyhöhepunkt von Inglorious Basterds, gerade als der Film im Kino lief und kurz bevor er auf DVD erschien, fett in die Schlagzeilen zu schreiben – natürlich nur, um Kurt und Kalle vom Bau zu vermitteln, wie oberhammer der Film doch sei, weil eine gut bekannte Person (wer den Film kennt, weiß vermutlich, von wem ich gleich spreche 😉 ) nach 3/4 des Films von 2 Amis umgenietet wird. Wohlgemerkt: Frontseite, dicke Schlagzeile, sodass man es sogar beim Rewe an der Kasse sieht, auch wenn man sich den Schund sonst in keinster Weise antut. Und bei sowas werde ich wirklich sauer. Ich war ziemlich froh, den Film schon gesehen zu haben, denn ansonsten hätte ich wohl wieder ein paar Briefbomben nach Berlin schicken müssen :/
    Den Großteil der Leute mag sowas vielleicht nicht interessieren, aber für jeden Filminteressierten oder einfach nur Leute, die den Film gerne noch sehen würden, ist das eine ziemliche Dreistigkeit.
    Ganz abgesehen davon, dass in dem Blatt eh nur schlechtgeschriebene, popularistische Kacke geschrieben steht, die auf Titten oder öffentliche Panikmache für Unterbelichtete hinausläuft. Also, mal so ganz unvoreingenommen 😉

  15. @Lukas Huda: „wieder ein paar Briefbombem nach Berlin schicken“….. wieder…….hmmmmm….hmmmmmmmm….. Was das wohl heissen mag……?

  16. @Borstel: Ich hoffe, doch, du meintest mit „Niveau“ jenes des Zeitungstypen und nicht meins, sonst gibts nämlich was aufn Deckel! 😛
    @Lukas: Bild = Blick, und ja, zu solchen Fauxpas‘ neigen sie bei uns durchaus auch. 😉 Und Titten gucken sich eh nur die 8-12-jährigen und 40-135-jährigen an, die andern kennen das Internet schon. 😛

  17. Owley, du hast es mit deinen Worten wieder einmal geschafft, mich zum Grinsen zu bringen 😛

  18. @Roberto: Och. Kommt ja immer auf den Anlass an. Ich krieg da Mengenrabatt :p
    @Herrn Käsefresser: Tjop, so siehts wohl aus. Wozu auch Geld ausgeben, wenn es das ganze in besserer Qualität umsonst gibt? 😀 Leider sieht man aber immer viel zu viele Leute, die die Zeitung „lesen“ (oder: angucken), egal weshalb. Was da teilweise an schlicht (vermutlich sogar absichtlich) falschen Sachen drin steht, sollte wirklich bestraft werden, aber „leider“ gibt es ja sowas wie Pressefreiheit^^
    Mal schaun, wie viele das jetzt wieder interpretieren, ohne das Wort Sarkasmus zu kennen. 😉

  19. @Roberto: Seb freut mich 😉
    @Lukas: Ich enthalte meine Antwort, da sie sonst viele böse Worte als Rache für das Verwenden des Worts „Käsefresser“ im Zusammenhang mit meiner Wenigkeit enthalten könnte. Danke.

  20. Ach was. Sollte es hier auf plötzlich anstößig wirken, so bitte ich um Entschuldigung. Mir war diese höchst lustige, von dir selbst auserkorene Bezeichnung jedoch noch aus einer anderen Unterhaltung im Kopf geblieben – oder war dies etwas Einmaliges? Mich wundert.
    Mal etwas poetischer heute.


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