„I’ll never see, what you wanted – love“

20. Mai 2011 um 16:21 | Veröffentlicht in Ich, Musik | 2 Kommentare
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Mit „Wait For Me“ hat sich der smarte Amerikaner Moby im Sommer 2009 in mein Herz gespielt und auf meinen iPod gleich mit. Heute, zwei Jahre später, findet sich auch sein nächstes, nunmehr zehntes Studio-Album ebenfalls in meinem Besitz wieder. Für Destroyed kündigte Moby ein Album an, für leere Städte um 2 Uhr morgens. Das Album entstand nämlich grösstenteils um diese Zeit, als sich Moby auf seiner Tour mitten in der Nacht von Schlaflosigkeit geplagt an neue Lieder setzte. Ebenfalls auf der Tour entstanden die Fotos des Albums, die Moby alle selbst geknipst hat. Das Albumcover entstand im LaGuardia Airport, als Moby, nachdem sein Flug gecancelt wurde, durch den Flughafen wandelte. Dabei entdeckte er ein Leuchtschild mit der Aufschrift „‚all unattended luggage will be destroyed.“, wobei aber nur jeweils ein Wort angezeigt werden konnte. Moby wartete, bis die Tafel mit „destroyed.“ aufleuchtete und knipste ab.

Soviel zum Albumartwork, das sich sehen lassen kann, und das Moby auch noch als Fotoband veröffentlicht. Musikalisch hebt sich „Destroyed“ erstaunlicherweise nicht sehr stark vom Vorgänger ab, der Sound ist ähnlich trostlos gehalten, und die Stücke bestechen durch ihre sanften Melodien, die mit konsequent durchgezogenen Beats und eher wenig Abwechslung eine monotone Atmosphäre aufbauen. Mobys Ziel ist damit rasch klar – „Destroyed“ ist ein Kind der Nacht, keines, das gross Party macht, aber eines, das die Stimmung mitten in der Nacht einfängt, wenn man „das Gefühl hat, die einzige noch wache (oder lebende) Person zu sein“. Und diesen melancholischen Flow zieht Moby von A-Z durch, keiner der Tracks tanzt aus der Reihe, und auch die ganze Aufmachung der Platte passt in dieses Konzept.

Es ist zwar sehr schön, zu sehen, bzw. zu hören, dass Moby dem Stil des Vorgängers treu bleibt, leider ist es aber auch sehr unspektakulär und mutet beinahe schon langweilig an, was vielleicht auch den (für Moby zwar typischen?) einfallslosen Lyrics zuzuschreiben ist. Titel wie „Victoria Lucas“ oder „Stella Maris“ meint man irgendwo schon bereits gehört zu haben, sie erinnern in ihrer Art, ihrem Aufbau und ihrer Länge stark an das letzte Album „Wait For Me“. Ein bisschen brechen dafür die mitreissenderen Titel des Albums, wie „After“ oder „Blue Moon“ mit diesem sanften Stil, am Eingängisten ist jedoch immer noch die bereits im Vorfeld als EP releaste Moby-Hymne „Be The One“, die über eben diese simplen Lyrics und eine gewisse Trostlosigkeit verfügt, die „Destroyed“ so stark prägen.

„Destroyed“ ist ein konsequent produziertes Album, das sich aber durch seine Perfektion zeitweise ein bisschen in diesem Konzept verliert, und ein wenig langweilig wird. Das trübt aber nicht die erneut grossartigen Melodien von Moby, der die grossen, pompösen Stücke scheut, und mit kleinen, feinen Klängen abermals tolle Musik zaubert.

2 Kommentare »

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  1. Da werd ich wohl mal reinhören… 🙂

  2. Ich kann sie dir sonst mal brennen. 🙂


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