Doppelt gemoppelt

6. April 2011 um 21:03 | Veröffentlicht in Sport | Hinterlasse einen Kommentar
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Heute in aller (Schweizer) (fussballinteressierter) Munde – der Doppelrücktritt von Alex Frei und Marco Streller aus der Nationalequipe. Allein Frei weist mit 42 Toren in 84 Spielen eine Treffequote von 0,5 Toren pro Spiel auf, und auch sein Sturmpartner Streller, mit dem er beim FC Basel regelmässig aufblüht konnte immerhin in jedem dritten Spiel skoren. In letzter Zeit war jedoch in der Schweizer “Nati” der Wurm drin, in den vergangenen acht Partien seit der WM resultierten lediglich ebensoviele Tore, und nur zwei Siege, die restlichen Unentschieden und Niederlagen fuhr man unter anderem gegen unterklassige Gegner wie Bulgarien, Australien oder Montenegro ein.

Und auch für die beiden Stürmer lief es nur mittelmässig, von den genannten acht Treffern stammten zwei von Frei und nur einer von Streller. Das ist natürlich nicht gut. Aber man blendet auch gerne aus, dass die ganze Mannschaft schlecht spielen muss, um nur acht Tore zu produzieren. So wurden die beiden Stürmer, vorallem Frei, in den vergangenen Monaten zum Sündenbock für die Nati-Flaute gemacht. Massgeblich daran beteiligt, wie schon bei der Hetzkampagne auf den damaligen Goalie Pascal Zuberbühler, ist natürlich wieder mal der “Blick”, die Schweizer Boulevardzeitung Nr. 1 dafür verantwortlich. Das ging auch am Publikum nicht spurlos vorüber, das Frei gnadenlos ausgepfiffen hat, selbst als das Team mit gutem Spiel 4:1 gewonnen hat.

Die Folge: Frei liebäugelte mit dem Rücktritt, liess sich schliesslich aber noch bis Ende 2011 Zeit, dann wolle er zurücktreten, sagte er. Nachdem Frei auch jetzt immer noch für die Torflaute und sowieso alles Übel verantwortlich gemacht wird, kam gestern der überraschende Rücktritt. Ebenfalls  für das nächste Spiel gegen England nicht zur Verfügung steht Streller, der sich mit Teamkollege Frei solidarisch zeigt. Streller, der vor einigen Jahren unter denselben Anschuldigungen ebenfalls an den Pranger gestellt wurde, trat damals schon zurück, liess sich dann aber von Hitzfeld wieder überreden und kehrte zum Team zurück.

Jetzt soll aber definitiv Schluss sein. Und das finde ich ganz gut. Denn mit dem Ertragen einer solchen Kampagne unterschätzen Frei und Streller nur ihren Wert für das Team – sowas haben gerade sie nicht nötig. Das Team wird nun eine noch härtere Phase durchstehen müssen, und die Kritiker werden Lügen gestraft, wenn sie sehen, dass die Mannschaft noch weniger punktet. Sofern sie keinen neuen Sündenbock gefunden haben. Wie wäre es mit “Gottmar”?

Bilderquelle: Focus.de

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