Oscar-Fazit

28. Februar 2011 um 18:13 | Veröffentlicht in Kino / Film, Tag | 13 Kommentare
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Noch ein Post zu den Oscars, ohgottohgott. Ich versuche ja, mich kurz zu fassen, beruhigt euch. Gestern Nacht blieb ich zum ersten Mal für die Oscars wach, da ich zum ersten Mal am morgen danach nicht früh raus musste. Denn die Verleihung war erst um 6 fertig, als mein Vater bereits wieder aufgestanden war und zur Arbeit ging. Ich stimme den vielen Nörglern zu, die Verleihung war nichts grosses. Das Opening war fantastisch, danach ging der Verleihung aber allmählich die Luft aus, alles brav und politisch korrekt, und sehr langweilig. Kirk Douglas war grandios, und sorgte für Lachtränchen, aber ansonsten hatte die Show nicht viel zu bieten.

So langweilig wie die Show war, war auch die Preisvergabe selbst. Kaum Überraschungen, und wenn, dann in den falschen Kategorien. Die grösste Enttäuschung für mich war, als der Dokumentarfilm „Inside Job“ anstelle von Banksys grossartiger „Mockumentary“ über Street Art, dem Meisterwerk „Exit Through The Gift Shop“ den Preis für den besten Dokumentarfilm gewann. Alleine schon um die Neugier auf Banksys Auftritt zu stillen, hätte ich Banksy gewinnen sehen wollen. Ebenfalls sehr enttäuschend war, dass der grossartige „True Grit“ leer ausging, und das bei 10 Nominationen. In vielen Kategorien war es zwar akzeptabel, weil auch der andere Gewinner gerechtfertigt war, aber beispielsweise Hailee Steinfeld hätte den Preis als beste Nebendarstellerin unbedingt abstauben müssen.

Umso mehr freut mich, dass zwei Filme, die nicht dem von der Academy bevorzugten Genre der tiefgründigen, sinnlichen Filme (sprich den Gähnern :P) angehören, Preise gewannen, und zwar „Inception„, der gleich vier Trophäen mitnehmen durfte, und „Alice in Wonderland“ der bei drei Nominationen mit zwei Goldmännern sehr gut bedient war. Beide gewannen aber nicht in den „wichtigen“ Kategorien, sondern gewannen die Preise für den besten Soundmix und -schnitt, die beste Cinematographie, sowie die besten Effekte (Inception), sowie das beste Kostümdesign und das beste Szenenbild (Alice in Wonderland).

Dass „Black Swan“ nur einen Oscar gewann, erstaunt mich, aufgrund der Kritiken, die vorallem Natalie Portmans Spiel herausstrichen, finde ich das aber ganz akzeptabel. Und auch mit „The King’s Speech“ als Überflieger (auch wenn „Inception“ und „Alice in Wonderland“ eine bessere Nominations/Trophäen-Quote aufweisen) kann ich leben, den will und werde ich eh noch schauen. Auch wenn ich Geoffrey Rush die Trophäe als bester Nebendarsteller wirklich gegönnt hätte. Einfach so aus dem Trailer. Aber Christian Bale ist auch okay. Hat ja einen coolen Bart. Und „The Fighter“ werd ich jetzt auch im Kino ansehen müssen. 🙂

Völlig verdient finde ich auch den erst zweiten Oscar für Randy Newman und seinen Song aus „Toy Story 3“ mit dem Namen „We Belong Together„. Die sonst so grossartige Florence Welch und der sonst so awesome A.R. Rahman enttäuschten, während mich die anderen Titel nur langweilten. Dass Hans Zimmer für den „Inception“-Score keinen Oscar gekriegt hat, unterstreicht wieder einmal, wie sehr die Academy den Deutsch verachtet, ziemlich traurig, leider. Unterm Strich war es eine eher öde Verleihung mit wenigen Enttäuschungen, aber auch wenigen Überraschungen, die behauptete, sich einen neuen, jugendlichen Anstrich verleihen zu wollen, tatsächlich jedoch die alten konservativen Ideen beibehaltete.

13 Kommentare »

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  1. Ich verfolge die Oscars nicht, da ich die Show für eine Farce halte und die Nominierungen meist einem amitypischen Schema folgen.

    Auch dieses Jahr hat wieder fast nur Scheiße gewonnen. Und ja, ich fand Alice in Wonderland furchtbar und Natalie Portman finde ich unverschämt überschätzt.

    Leider kann ich mich über die Oscars fast nur aufregen 😉

  2. Vielen Dank für die frische Zusammenfassung!
    Da brauche ich ja dann die Aufnahme von heute Nacht gar nicht mehr schauen! 🙂

  3. Jo, wenige Höhepunkte, aber die Show war deutlich besser als letztes Jahr. Ich bin einfach nur sauer, dass „127 Hours“ leer ausging. Und Darren Aronofsky hat einen Oscar bei seinen genialen Filmen auch schon längst verdient – nun mit Wolverine wird das nächstes(?) Jahr sicher auch nichts.

  4. Naja, Hans Zimmer hat seinen Oscar. Und der beste Score des Jahres war der von Trent Reznor und Atticus Ross. Zumindest da hat die Innovation gesiegt.

  5. @Zeitzeugin: Naja, so daneben finde ich die Show auch nicht. Ab und zu stimme ich der Academy zu. Grösstenteils. Und Natalie Portman habe ich nicht gesehen, vermutlich war sie wirklich nicht so übel. Naja, we’ll see 🙂
    @Hirnwirr: Gut rausgeredet. Mitgeguckt haben Sie, so ist es! 😉
    @Dos Corazones: Naja, mir solls recht sein, der Film macht mich nicht so an. Werd ich bestimmt nicht sehen, ich hab so meine Mühe mit Leuten, die sich die Hand abschneiden. :/ Und ja, „The Wolverine“ wird sicher nicht oscarprämiert. Würde mich überraschen.
    @Alan: Willkommen El Chupa! \o/ Ich fand diesen Score deutlich besser, als alles was Zimmer bislang gemacht hat. Insofern wäre der Oscar überfällig. Und den Score von Reznor und Ross kenn ich nicht, ich muss „The Social Network“ dringend gucken. 🙂

  6. Randy hat einen Oscar bekommen? Cool. Danke, das hätt ich von allein gar nicht bemerkt. 🙂

  7. Ja, und höchst verdient. Das Lied war einfach klasse. Ein Grund, den Soundtrack-Kauf in Erwägung zu ziehen. 🙂

  8. Ich bin, in Anbetracht meiner sonstigen Vernarrt- und Informiertheit in Filmen, auch jedes Jahr eher uninteressiert und unbeeindruckt von den Oscars. Am nächsten Tag vielleicht mal schnell die Gewinner nachlesen…aber sonst…die komplette Show anschauen? Niemals.

    Aber: Colin hat’s verdient.

  9. Naja, da es für mich die erste Show war, wollte ichs schon mal sehen. Aber wenn nächstes Jahr ähnlich öde wird, dann muss ich mir die Show auch nicht mehr geben. 🙂

  10. Jedes Jahr wieder finden’s alle öde, und trotzdem schalten sie nächstes Jahr erneut ein. Ich habe noch keine Oscar- (oder sonstige) Verleihung gesehen und bin beinahe stolz drauf. Die Preise sind eh wieder eine Farce; die Academy mit ihrem kreuzkonservativen Geschmack … Das ist jetzt der elfte beste Film in Folge, mit dem ich nicht einverstanden bin. Ich will dir „The King’s Speech“ nicht madig machen, schlecht ist er nicht (Review folgt noch), aber „The Social Network“ und „127 Hours“ sind einfach um Längen besser gewesen.
    Ach ja, was Alan sagt. Hätte mit Zimmer aber leben können, Hauptsache nicht der „The King’s Speech“-Score. 😀

  11. Joa, „The King’s Speech“ wird so oder so noch gesehen, schliesslich sind die Meinungen dazu so unterschiedlich, wie selten. 🙂 Zu den besten Filmen: Gefiel dir damals „Slumdog Millionaire“ nicht? Und wegen dem Score zu „The King’s Speech“: Ich mag Desplat nicht so, bzw. finde ihn nicht so toll, wie die Macher, die ihn immer wieder anstellen. Aber ob der Score mies ist, kann ich nicht sagen. Mich beschleicht vielmehr das Gefühl, dass der Score zu „The Social Network“ ein Geniestreich ist. 🙂

  12. Ich kann nicht sagen, dass ich „Slumdog Millionaire“ nicht mag. Ebensowenig hasse ich den Desplat-Score. Sie sind nur beide eben nicht so besonders, wie sie gemacht werden. 😉 Ganz im Gegensatz zum „Social Network“-Score, und ganz im Gegensatz zu Filmen wie „In Bruges“, „Milk“ oder „Doubt“, denen „Slumdog“ damals vorgezogen wurde.

  13. Hm? „Slumdog Millionaire“ war doch 2008, Milk aber 2009? Nicht? Ich „hasse“ den Desplat-Score nicht, ich mag Desplat selbst einfach nicht. Genauso, wie andere Zimmer nicht mögen. „Slumdog Millionaire“ war aber schon eins meiner Kinohighlights der letzten Jahre.


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