I am the Buffalo, calling home, calling home

22. Februar 2011 um 17:06 | Veröffentlicht in Musik | 3 Kommentare
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Als ich am Konzert von The Phoenix Foundation war, wusste ich bereits rasch, dass ich mir unbedingt noch eines ihrer Alben zulegen möchte, und da die meisten Titel, die mir gefielen, von ihrem neuesten Album „Buffalo“ stammten,  kaufte ich mir darum auch dieses. Das war auch ein echter Glücksgriff, denn als Zeichen der Dankbarkeit, gab die Band den Käufern von „Buffalo“ einen Download-Link für ihr zweites Album „Pegasus“. Die beiden Alben laufen seither in Dauerschlaufe auf meinem PC, auch wenn ich sagen muss, dass mir „Pegasus“ nicht so sehr gefällt, was vorallem an seinen ausufernden, etwas träumerischen Melodien liegt. Wie mir dagegen „Buffalo“ gefällt, lest ihr nach dem Klick.

Die nunmehr vierte Scheibe der Kiwis kam in Europa und der restlichen Welt am 24. Januar 2011, und damit knapp ein Jahr nach der Veröffentlichung in Neuseeland, in die Läden, weshalb sich die Band auch so spät nach dem Release noch einmal auf Europa-Tour begab. Dadurch kam ich immerhin noch in den Genuss ihrer Musik, die ich wohl anders, als über meine neuseeländische Kollegin, kaum kennengelernt hätte. Das, obwohl The Phoenix Foundation in ihrer Heimat eine grosse Nummer sind, und bereits diverse Awards abräumen durften. Doch hierzulande ist ihre Musik nicht so bekannt, obwohl ich überzeugt bin, dass viele Leute ihre Musik mögen würden. Denn irgendwie ist sie mainstream-tauglich, aber nicht billig oder plump, sondern einfach sehr überschaubar.

Dass sich die Band von den experimentiellen Klängen, die „Pegasus“ noch prägten, je länger, je mehr distanziert hat, kommt ihr und ihrer Musik in meinen Augen nur zu Gute. So entwickeln sich lockere und fröhlichere und dennoch nicht etwa naiv wirkende Songs, die den Indie ganz gut mit Beach oder Surf Rock und stellenweise sogar leichtem Psychedelic verbinden. Überhaupt ist „Buffalo“ ein Sommeralbum, das aber nicht durch Partymelodien à la Hitparade besticht, sondern, eines, das den lockeren Sommersound gut einfängt und ihn in einer träumerischen und geordneten Form wiedergibt. The Phoenix Foundation setzt vielfach auf leichte Instrumente, wie Xylophon und Keyboard oder setzt sanfte Gitarrenakkorde gekonnt ein. So beispielsweise beim schwer an The Velvet Underground erinnernden „Flock of Hearts„, das, soweit ich interpretiert habe, davon singt, dass man dem Tod gelassen entgegenblickt.

Auch der Titeltrack „Buffalo“ ist ein unbeschwerter Track, der von Anfang bis Ende eine Intensität und einen Drive hat, wie kein anderer Song auf diesem Album, und diese auch erst mit dem letzten Klang, dem Schlusshauch sozusagen, loslässt. Ähnlich intensiv geht es bei „Bitte Bitte“, dem Track, der für deutschsprachige Ohren wohl am spannendsten ist, zu und her. Denn „Bitte Bitte“ hat nicht nur einen deutschen Titel, sondern auch eine ganze, deutsche Zeile – „Wie kann ich diese Welt mit Magie kontrollieren?“ singt Sam, oder versucht dies zumindest, an einer Stelle zu singen. Und wäre das nicht genug, enthält natürlich auch der Refrain einige deutsche Begriffe: „Bitte Bitte Bitte, Please, don’t be my friend. Bitte Bitte Bitte, I’m going back to Mitte again.“ Warum sich die Band wohl für die deutschen Worte entschieden hat, bleibt ein Rätsel, zumindest gibt es keinen deutschen Bezug der Mitglieder (was man auch an der Aussprache merkt. :D)

Das Album ist in der Tracklist, was die Intensität und Wilde der Musik betrifft, ziemlich glockenförmig aufgebaut, um jetzt einen vermutlich ziemlich doof klingenden Vergleich zu bringen. Was ich damit eigentlich sagen möchte, ist, dass die ersten und letzten Tracks eher ruhiger Art sind, nachdenklicher, wie wir es von „Pegasus“ kennen, doch in den Songs zwischendrin ist dafür viel Action und Drive. Der Opening Track „Eventually“ enthält Spuren von gutem Prog Rock, ist jedoch ganz sanft gebaut und löst dieses Schema jedoch immer wieder mit einer Autoharp (ein Instrument, das ich bislang auch nicht kannte) auf, und wird so mit seinen über 5 Minuten nie zum Schlaflied, obwohl es sehr träumerisch daherkommt. So verhält es sich auch mit den letzten drei Stücken, die von Song zu Song ruhiger werden und ähnlich einer gut aufgebauten Sinfonie, das Album sanft ausklingen lassen. Wenn dann der letzte Track „Golden Ship“ mit der Strophe „It’s Time To Go“ beginnt, wissen wir, dass es für den Buffalo Zeit ist, seinem Ruf zu folgen, und in seine Heimat zurückzukehren.

Was mir an diesem Album so gefällt, ist, dass man es sowohl aktiv, wie auch passiv, also durchaus auch als Hintergrundbeschallung laufen lassen kann. Denn einerseits ist die Musik einfach gut und verzaubert den Hörer, egal, ob man auf die Lyrics hört, oder nicht. Andernseits hört man, wenn man jedoch auf die Lyrics achtet, wie vielschichtig diese aufgebaut sind. Definitv eins der besten Alben, das in letzter seinen Weg auf mein OwleyPhone gefunden hat.

3 Kommentare »

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  1. Und jetzt hab ich da noch mehr Lust drauf. Falls du die CD schon losgeschickt hast: Ich habe frühstens nächste Woche wieder Zugriff auf meinen Briefkasten, don’t worry ^^

  2. Freut mich. Wie schon gesagt, die CDs sind noch nicht raus, kommen aber noch! Sorry 🙂

  3. […] glaube mittlerweile ja, „Happy Ending“ ist ein ähnlich genitales Album wie „Buffalo„, weshalb ich mich wohl oder übel auf die Suche nach dieser Scheibe von The Phoenix […]


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