Soundtrack of the Week – Avatar

19. Dezember 2010 um 13:21 | Veröffentlicht in Ich, Kino / Film, Musik | Hinterlasse einen Kommentar
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Um meiner aktuellen Linie treu zu bleiben, möchte ich abermals einen Soundtrack vorstellen, der es unter meine Soundtrack-Nominationen für Gravals Filme 2010 geschafft hat – nachdem ich letzte Woche die anderen Kandidaten Ponyo und Inception präsentierte, ist diese Woche die Musik zum erfolgreichsten Film aller Zeiten dran – zu James Camerons Fantasy-Epos Avatar. Lassen wir uns also von James Horners Pandora-Klängen verzaubern und begeben wir uns auf die Welt der blauhäutigen Na’vi. Und Leona Lewis.

Der Komponist
Dass James Horner der Durchbruch mit der Musik zu „Star Trek – Die Rache des Khan“ gelang, verdränge ich ebenso gerne, wie die Tatsache, dass seine zwei Oscars für die Musik zu „Titanic“ stammen, für die Musik, wie für das von Céline Dion gesungene „My Heart Will Go On“. In den letzten Jahren hat sich Horner neben den grossen Komponisten Zimmer, Elfman und Gregson-Williams etabliert, und komponierte die Melodien für erfolgreiche Blockbuster wie „Troja“ oder „The Karate Kid“, ins Rampenlicht kam er jedoch erst wieder durch James Cameron und dessen Sci-Fi-Epos „Avatar“, für das er eine Oscar-Nomination einstrich, jedoch leer ausging.

Der Soundtrack
Vielfach wurde Horner der ethnische Bezug seines Soundtracks vorgeworfen, dass er „ausserirdisch mit exotisch und folglich ethnisch gleichsetze“, wie dies beispielsweise das Onlinemagazin Original Score bemängelt. Mich spricht aber gerade dieser authentische und ethnische World Music-Stil von Horners Score an, denn anders als in anderen grossen Sci-Fi-Epen befasst sich der Film intensiv mit einer Spezies und deren Welt, und da sind Melodien gefragt, die Bezug nehmen auf diese Welt, auf die Lebensweise. Und diese ist nunmal sehr indianisch und primitiv angehaucht, sodass man mich mit irgendwelchen endlosen Symphonien aus dem Kino gejagt hätte. In diesem Sinne stellt mich Horner mit seinen Klängen höchst zufrieden, die Zusammenstellung aus Chorpassagen und Trommelrhythmen mit symphonischen Klängen gelingt völlig.

Horner setzt die diversen Instrumente in seinem Score gezielt ein, so erklingen die ethnisch angehauchten Passagen mit Chorgesang und Perkussionsinstrumenten jeweils dann, wenn die Na’vi auf den Plan treten. Kommt Eywa oder die magische Seite von Pandora ins Spiel, hören wir sanfte, von Pfeifklängen getragene Streicherpassagen oder Glockenklänge, wie beispielsweise in „The Bioluminescense of the Night„. Diese, vorallem im ersten Teil des Scores auftretenden Titel, offenbaren auch eine kleinere Schwäche desselben: Horner spielt jeweils einzelne Melodien an, zieht sie jedoch nie wirklich durch, es vermag sich nicht eine eingängige Melodie herauszukristallisieren, stattdessen scheint es, als hätte Horner beim Schreiben unzählige Ideen gehabt, und versucht, alle zu berücksichtigen. Mit mässigem Erfolg.

Dies hinterlässt jedoch nur einen gering fahlen Beigeschmack, denn schon etwa ab dem fünften Titel mit dem leicht poetischen Titel „Becoming One of the People, Becoming One with Neytiri“ beginnt Horners musikalisches Feuerwerk, das einen mitreisst und das seinen dramatischen Höhepunkt in „The Destruction of Hometree“ findet. Musikalisch folgt Horner ziemlich genau dem Filmplot und setzt die Trümpfe Drama und episches Finale gleich ein wie Cameron. So zündet auch der Komponist den elfminütigen Schlussböller „War„, ein regelrechtes Finale Furioso, das sehr martialisch beginnt und unter Trommel- und Bläserklängen einen adrenalinpushenden Abschluss findet. Die Krönung des Films bildet Leona Lewis‘ Abspanntrack „I See You„, der ihre, von mir bislang nicht wirklich als solche wahrgenommene, Qualität hervorhebt und den Film sowie die Musik dazu passend abrundet.

Fazit
Wäre dies kein Blockbuster mit reichlich Action gewesen, sondern ein seichter Pandora-Dokumentarfilm, hätte Horner wohl nicht einmal einen Blumentopf für seine Musik erhalten. Da dieser Film aber kein solcher ist, und Horner vorallem was die intensiven, actionreicheren Passagen betrifft, meisterlich komponiert und klassische Scores gekonnt mit den richtigen ethnischen Klängen verbindet, zähle ich diesen Score zu meinen absoluten Favoriten, wobei anzumerken ist, dass der 51 Titel umfassende 3-Disc-Soundtrack „Best Original Score“ anders als vielleicht erwartet, nicht viel neues preisgibt, ausser zwei ziemlich öden Na’vi-Gesängen. Und damit nicht genug, soll sogar noch ein als „Complete Edition“ bezeichnetes, vollständiges 5-Disc-Set umherschwirren, das wahrscheinlich noch weniger preisgibt, als man hofft. Der Griff zur normalen Version ist also völlig in Ordnung.

Bilderquelle: BigFanboy.com

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