Meckern hilft im Leben weiter.

12. September 2010 um 20:49 | Veröffentlicht in Die Welt..., Tag | 9 Kommentare
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Offenbar vertreten manche Schüler diese Meinung. Ich meckere ja ungern über Mitschüler/-innen, da komm ich mir immer vor, als würde ich über ihnen stehen, was ich nicht tu. Ich bin gleich scheisse, gleich unorganisiert und gleich angekotzt vom momentanen Schulstress. Umso mehr verwundert es mich, dass ich merke, dass Leute aus der Klasse einfach mal die Fresse halten und sich hinsetzen sollten.

Morgen steht eine Englisch-Vokabelprüfung an. Und schon geht das Gemeckere los. Die Gruppe der Hardcore-Hasser/-innen sieht natürlich einen Grund, dem Lehrer eine reinzuhauen und sagt, was für ein fertiges Arschloch er sei. Man geht noch weiter und schreibt ihm (in amüsantem Englisch) am Vorabend der Prüfung eine Mail, wie doof das Vokabular doch sei. Worauf der Lehrer freundlich sagt, dass das nun definitiv zu spät zum Diskutieren sei und dass er ihnen ohnehin entgegenkommen habe wollen. Und sowieso hätten andere Lehrer mehr Vokabular in ihren Voci-Prüfungen.

Scheissegal, doofer Lehrer, sagen die Hardcore-Antis und ziehen erneut auf Facebook über den Lehrer her. Schon seit es mit dem Meckern begonnen hat, war ich versucht, was zu sagen, doch ich habe mich immer zurückgehalten. Das letzte Mal, als ich mich für den Lehrer aussprach, wurde ich als Teachers Pet bezeichnet. Umgangssprachlich, versteht sich. :/ Gute Argumentation sucht man bei gewissen Leuten lange. Da hilft es auch nicht, wenn man feststellt, dass die Franz-Lehrerin mit ihren wöchentlichen Voci-Prüfungen jeweils mehr Wörter bearbeitet. Klar, dass dort keiner meckert. Ich glaube einfach, ich sehe die Dinge etwas nüchterner und unvoreingenommen als andere, die dem Lehrer sogar ein Burnout wünschen (vor einem Jahr pausierte er mit knapp 30 wegen einem Burnout). Aber ich will ja auch nicht meckern. Ich setze mich jetzt mal hin und lerne.

9 Kommentare »

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  1. Tja, da geht’s mir wie dir.
    Ich bin auch einer von denen, die Lehrer als Menschen sehen. Und so kann ich sagen, dass ich mit keinem der Lehrer ein persönliches Problem habe. Ich mag bei weitem nicht bei allen die Art, wie sie unterrichten, aber als Privatpersonen denke ich, könnte ich sie alle respektieren.

    Der Grossteil der Klasse sieht das natürlich anders, aber ich habe das Glück, dass meine Freunde („Kollegen“) in diesem Punkt weitgehend mit mir Konform gehen.

    Gruss
    Gl0rfindel

  2. Normalerweise machen viele einen auf ultra-erwachsen. Und sind es ja dann vielmals auch. Aber da sehen sie wohl einfach rot. :/

  3. Wenn ich sowas höre bin ich ja sowas von froh, das es diesen ganzen Facebook und Co-Mist in meiner Schulzeit noch nicht gab. Ich kann mir unschwer vorstellen, was da abgegangen wäre…

  4. Ich denke nicht, dass es nur an Facebook liegt. Aber sicher auch. Denn so kann man nun seine Meinung sagen, ohne mit der Person konfrontiert zu werden… :/

  5. Stimme zu. Glücklicherweise scheint meine Stufe über dieses Stadium mittlerweile hinaus zu sein. Weiß auch nicht, wie wir das geschafft haben.

  6. Du Glücklicher 😉

  7. @Zimtapfel: True true…dachte ich auch als erstes. Eine Mail an den Lehrer? Motzen auf Facebook? Gab’s alles nicht. Wir schrieben uns damals noch Zettelchen und keine Statusupdates, gell. 🙂

  8. Ich finde es einfach eine lustige (noot!) Alternative zum Lernen. Und eine gute Möglichkeit seinen Unmut über sich selbst, weil man nicht rechtzeitig gelernt hat, auf andere zu projizieren.

  9. Nein, es liegt sicherlich nicht nur an Facebook. Aber das, was zu meiner Schulzeit so schon ätzend genug war, wäre zu Facebookzeiten vermutlich die absolute Oberhölle gewesen.


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