Best of WM – Teil 3

4. Juli 2010 um 14:16 | Veröffentlicht in Fussball, Ich, Tag | 3 Kommentare
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Nun sind die Achtel- und Viertelfinals vorüber, mit Spanien, Uruguay, Holland und Deutschland (*grummel*) sind nun noch vier Teams im Rennen, und wiedereinmal dominiert Europa. Vor vier Jahren waren gleich vier europäische Teams unter den letzten vier, und auch diesmal sind es noch deren drei. Dabei waren alle fünf südamerikanischen Teilnehmer in den Achtelfinals und davon gleich vier als Gruppensieger. Diese vier kamen dann auch in die Viertelfinals, Chile musste nach dem Duell gegen Brasilien die Heimreise antreten. Danach war aber Schluss – Brasilien ging gegen Holland unter, Paraguay verlor gegen Spanien in letzter Minute und auch Argentinien verlor, wenn auch ganz knapp (jaaaaah, das war gaanz knapp!). Mit Uruguay ist nun noch ein Südamerikaner im Rennen. Asien musste bereits in den Achtelfinals heimreisen, Ghana hielt die Flagge bis im Viertelfinale hoch, Ozeanien blieb in der Vorrunde hängen.

Die Achtelfinals zeigten bereits sehr schön (?), woran man sich in einer Weile noch erinnern wird, wenn jemand von dieser WM spricht. Das Bloemfontein-Tor und Tevez‘ Abseits-Tor waren noch die ärgsten Fehlentscheide, welche die unzähligen ungerechtfertigten roten Karten der Vorrunde zu toppen vermochten. Das ist sehr schade, aber wenn die FIFA sich für Schiedsrichter, wie Al Ghamdi, der klar fehlgepfiffen hat entscheidet, und Schiedsrichter wie Busacca, die ein Spiel völlig gut gepfiffen haben, heimschickt, ist eigentlich klar, was dann passiert.

Mit Portugal und England traten nach Italien, Frankreich und der Schweiz zwei weitere (selbsternannte) Favoriten bereits früh die Heimreise an. Obwohl sie im Direktduell gegen andere Favoriten den Kürzeren zogen, ist dieses Aus keinesfall ungerechtfertigt. Ideenlos und ohne jegliche Begeisterung traten die Teams an, das 7:0 gegen Nordkorea vermag das nicht zu übertuschen, die Favoriten dieser WM waren schlecht. Auch Argentinien und Brasilien. Beide wurden über ihrem Wert verkauft. Argentinien spielte kaum gegen ernstzunehmende Gegner, die ihnen nie wirklich gefährlich wurden. Dass daraus nur ein 1:0 oder 2:0 reüssiert, wenn man doch so einen tollen Sturm hat, ist einfach schlecht. Gegen Mexiko geriet man ein erstes Mal ins Stolpern, konnte sich aber noch glücklich auffangen. Das gelang nun gegen Deutschland leider nicht mehr.

Auch Brasilien zeigte Schwächen. Aber nicht etwa der vielkritisierte Mangel an schönem Fussball an sich, sondern, dass Dungas taktisches System in der Idee gut war, in der Ausführung Mängel zeigte. Nur ab und an gab es gute Pässe, schöne Flanken, gelungene Tore, ansonsten blieb die Seleçao ziemlich blass. Wer jetzt aber der Meinung ist, dass die Niederlande und Spanien verdient so weit vorne mitmischten, täuscht sich. Die Niederlande liess ihren schönen Fussball vermissen, die Tore zeigten, wie schwer sich der Sturm tatsächlich tat. Erstmals gefallen hat mir das Team nur gegen Brasilien, ansonsten waren sie eher Mittelmass. Und Spanien würgte sich jeweils mit 1:0 in die nächste Runde, „gut“ ist anders. Dem Sturm fehlt der Biss, die Verteidigung liess oftmals einige Löcher offen.

Lediglich Deutschland, das ironischerweise ohne weisse Weste anreist, vermag in letzter Zeit zu überzeugen. Wurde das Team doch auch von Beginn an echt gefordert und warf der Reihe nach England, Argentinien und jetzt vielleicht sogar auch Spanien aus dem Rennen. Alles andere als eine Routineübung. So tippe ich auf einen Final der Extraklasse: Niederlande – Deutschland.

Überraschung der Woche: Das war wohl Ghanas Sieg über die USA, mit dem man einen letzten Hoffnungsschimmer für Afrika behielt. Ghana war dann auch das neue Holland, jeder Einzelne fante für Ghana, egal, ob er eine Beziehung dazu hatte, oder nicht. 🙂

Spiele: 60 (von 64)

Tore: 133 (2,22 pro Partie)
Torschützenkönig: David Villa – 5 Tore

Gelbe Karten: 224 (3,73 pro Partie)
Rote Karten: 7 (0,12 pro Partie)
Gelb-Rote Karten: 9 (0,15 pro Partie)

Schönstes Tor der Woche: Vielleicht das 2:2 von Lampard gegen Deutschland? Oder doch das 3:0 von Tevez gegen Mexiko?

Gravals Steilpass

  • Warum Dunga Felipe Melo mitgenommen hat, weiss keiner. Ausser Eigentoren schiessen und Foulen hat der nicht viel gemacht. Vielleicht ein Tor vorbereitet, gut. 😉
  • Das Bloemfontein-Tor war schön. Ach was, das zählte nicht?
  • Ich habe mit Japan mitgefiebert, aber die sind ja selbst schuld, wenn die das Tor nicht treffen tun. 😛
  • Genialste Schwalbe mit Roter-Karte-Folge von Capdevila: Theatralisch umfallen, hochblicken und schauen, was der Schiri macht, wenn er kommt, gleich wieder schreiend am Boden liegen.
  • Der japanische Schiedsrichter, der sich Respekt mit Karten verschaffen muss, weil Brasilien und Holland ihn nicht ernstnehmen. 😀
  • Ghana kann fussballspielen, aber weiss nicht, wie seine Spieler heissen. Richard Kingson hiess mal „Kingston“, und John Pantsil wurde als „Paintsil“ geboren. Aber ist ja egal, hauptsache, sie spielen Fussball 😉
  • Péle soll ins Museum. Ach was? Der kriegt sein eigenes Museum? Schön.
  • Russland hofft. 8 Prozent der Bevölkerung gaben im Vorfeld der WM in einer Umfrage an, für Russland die Daumen zu drücken. 2 Prozent waren noch für die Türken. Schade nur, dass die nicht dabei sind ^^
  • Luis Suarez fehlt wegen der roten Karte im Halbfinale und ist wohl der glücklichste und beliebteste Uruguayaner dieser Tage.
  • Asamoah Gyan hätte wohl einen neuen Rekord setzen können. Drei Penaltytore an einer WM (ohne Elfmeterschiessen). Man muss nur treffen, weisste.

3 Kommentare »

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  1. Servus Herr Graval,
    warum (*grummel*)bei Deutschland? Ich bin ja nun wahrlich nicht deutschblind aber so – und nicht anders – sollte Fussball doch sein, oder? Ein TEAM. Eine Mannschaft wo jeder rennt und sich für die anderen einsetzt. Dazu noch ab und zu ein wenig zaubern von Özil und Müller: wunderbar!

    Das beste was Deutschland passieren konnte war die Verletzung von Ballack. So wird die Verantwortung von Vielen getragen und wohin das bisher geführt hat sieht man ja. Dazu finde ich es unglaublich erfrischend junge und nichtüberhebliche Spieler zu sehen.

    Alle diese tollen Teams mit Ihren achso tollen wie teuren Superstars – Messi, Ronaldo, Gerrard, Drogba, Ribery, Deco, Rooney – wo sind sie? Daheim, weil sie nur herausragende Einzelspieler haben, die sich aber nicht fürs Team opfern. Aber wir können Sie ja noch täglich in den unglaublich teuren Werbeclips der Sportartikelhersteller bewundern!

    Und damit sind wir auch bei Maradonna. Klipp und klar gesagt – der Mann ist kein Trainer und hat in diesem Job genauso wenig was zu suchen wie Lothar Matthäus. Sein Glück war bis gestern, dass seine Einzelspieler das auf Grund der schwachen Gegner durch technisches Können bewältigt haben. Gestern wäre aber Taktik notwendig gewesen, Strategie und Fachwissen. Maradonna ist als Motivator sicherlich sensationell, ähnlich wie Jürgen Klinsmann. Aber so wie Hitzfeld oder Löw die Teams formen können und dann das Beste in der jeweiligen Situation erreichen ist er nicht und wird er auch nie sein. Diese Maske wurde ihm gestern abgezogen und dahinter sieht man jetzt halt doch nur den Diego, der sensationell mit dem Ball war, aber ansonsten in seinem Leben nichts auf die Reihe gebracht hat.
    Doping und Sperre, Drogenmissbrauch, Steuerhinterziehung, Schiessen auf Reporter, verunglückte Karriere als Fernsehmoderator und als Fussballtrainer? Manidyú spielte unter seiner Regie zwölf Partien und gewann eine, Racing Club gewann zwei von elf. Danach wurde er Nationaltrainer….

  2. Ärgerlich ist ja, dass von den vier Viertelfinals ausgerechnet das von den Südamerikanern gewonnen wurde, bei dem man den Gegnern das Weiterkommen gewünscht hätte …

  3. @Mendweg: Das *grummel* ist aus persönlicher Sicht, da ich doch achso ein Argentinien-Fan bin. Und bis gestern mochte ich den Deutschen alles gönnen, aber nun hat auch diese Gunst ihre Grenzen gefunden 😉 Und dass ein Team nicht von den Einzelspielern lebt, hat sich erneut bewiesen, obwohl ich anmerken möchte, dass gerade ein Messi fürs Team gelebt/gespielt hat, letztlich aber die Arbeit von den Mitspielern tragen musste, weil die alles auf ihn abschoben. Die anderen Teams haben jedoch wirklich zu stark auf ihre Einzelspieler gesetzt. Und Deutschland ist gut eingeschworen, das gebe ich gern zu, aber eben: Siehe oben 😉 Dass aber Löw taktisch viel gezeigt hat denke ich nicht, er hat gewusst, sein Team zu einer Einheit zu formen. Auch er zeigte in Rücklage (Serbien) keine fulminante Reaktion. So sind doch Löw & Maradona beides Trainer, denen an dieser WM ihre Grenzen gezeigt wurden, Löws jedoch etwas früher, sodass er reagieren konnte.
    @Borstel: Wie wahr ;(


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