Einen hab ich noch…

24. Dezember 2010 um 20:19 | Veröffentlicht in Die Welt..., Fragen, Tag | 8 Kommentare
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Ich weiss, bloggen am Weihnachtsabend ist armselig, aber ich dachte, dass ich diesen Post wohl oder übel mit euch teilen muss, ich habe nämlich gerade einen Text für meinen Vater gesucht. Warum der Weihnachtsmann rein physikalisch gar nicht existieren kann. Wenn es also dieses Jahr keine Geschenke für euch gibt, dann liegts wohl daran, dass es den Weihnachtsmann soeben verrissen hat. Sorry.

1) Keine bekannte Spezies der Gattung Rentier kann fliegen. ABER es gibt 300.000 Spezies von lebenden Organismen, die noch klassifiziert werden müssen, und obwohl es sich dabei hauptsächlich Insekten und Bakterien handelt, schließt dies nicht mit letzter Sicherheit fliegende Rentiere aus, die nur der Weihnachtsmann bisher gesehen hat.

2) Es gibt 2 Milliarden Kinder (Menschen unter 18) auf der Welt. ABER da der Weihnachtsmann (scheinbar) keine Moslems, Hindu, Juden und Buddhisten beliefert, reduziert sich seine Arbeit auf etwa 15 % der Gesamtzahl – 378 Millionen Kinder (laut Volkszählungsbüro). Bei einer durchschnittlichen Kinderzahl von 3,5 pro Haushalt ergibt das 91,8 Millionen Häuser. Wir nehmen an, dass in jedem Haus mindestens ein braves Kind lebt.

3) Der Weihnachtsmann hat einen 31-Stunden-Weihnachtstag, bedingt durch die verschiedenen Zeitzonen, wenn er von Osten nach Westen reist (was logisch erscheint). Damit ergeben sich 822,6 Besuche pro Sekunde. Somit hat der Weihnachtsmann für jeden christlichen Haushalt mit braven Kindern 1/1000 Sekunde Zeit für seine Arbeit: Parken, aus dem Schlitten springen, den Schornstein runterklettern, die Socken füllen, die übrigen Geschenke unter dem Weihnachtsbaum verteilen, alle übriggebliebenen Reste des Weihnachtsessens vertilgen, den Schornstein wieder raufklettern und zum nächsten Haus fliegen. Angenommen, dass jeder dieser 91,8 Millionen Stops gleichmäßig auf die ganze Erde verteilt sind (was natürlich, wie wir wissen, nicht stimmt, aber als Berechnungsgrundlage akzeptieren wir dies), erhalten wir nunmehr 1,3 km Entfernung von Haushalt zu Haushalt, eine Gesamtentfernung von 120,8 Millionen km, nicht mitgerechnet die Unterbrechungen für das, was jeder von uns mindestens einmal in 31 Stunden tun muss, plus Essen usw. Das bedeutet, dass der Schlitten des Weihnachtsmannes mit 1040 km pro Sekunde fliegt, also der 3.000-fachen Schallgeschwindigkeit. Zum Vergleich:
das schnellste von Menschen gebaute Fahrzeug auf der Erde fährt mit lächerlichen 43,8 km pro Sekunde. Ein gewöhnliches Rentier schafft höchstens 24 km pro STUNDE.

4) Die Ladung des Schlittens führt zu einem weiteren interessanten Effekt. Angenommen, jedes Kind bekommt nicht mehr als ein mittelgroßes Lego-Set (etwa 1 kg), dann hat der Schlitten ein Gewicht von 378.000 Tonnen geladen, nicht gerechnet den Weihnachtsmann, der übereinstimmend als übergewichtig beschrieben wird. Ein gewöhnliches Rentier kann nicht mehr als 175 kg ziehen. Selbst bei der Annahme, dass ein “fliegendes Rentier” (siehe Punkt 1) das ZEHNFACHE normale Gewicht ziehen kann, braucht man für den Schlitten nicht acht oder vielleicht neun Rentiere. Man braucht 216.000 Rentiere. Das erhöht das Gewicht – den Schlitten selbst noch nicht einmal eingerechnet – auf 410.400 Tonnen. Nochmals zum Vergleich: das ist mehr als das vierfache Gewicht der Queen Elizabeth.

5) 410.400 Tonnen bei einer Geschwindigkeit von 1040 km/s erzeugt einen ungeheuren Luftwiderstand – dadurch werden die Rentiere aufgeheizt, genauso wie ein Raumschiff, das wieder in die Erdatmosphäre eintritt. Das vorderste Paar Rentiere muss dadurch 16,6 TRILLIONEN Joule Energie absorbieren. Pro Sekunde. Jedes. Anders ausgedrückt: sie werden praktisch augenblicklich in Flammen aufgehen, das nächste Paar Rentiere wird dem Luftwiderstand preisgegeben, und es wird ein ohrenbetäubender Knall erzeugt. Das gesamte Team von Rentieren wird innerhalb von 5 Tausendstel Sekunden vaporisiert. Der Weihnachtsmann wird währenddessen einer Beschleunigung von der Größe der 17.500-fachen Erdbeschleunigung ausgesetzt. Ein 120 kg schwerer Weihnachtsmann (was der Beschreibung nach lächerlich wenig sein muss) würde an das Ende seines Schlittens genagelt – mit einer Kraft von 20,6 Millionen Newton.

Damit kommen wir zu dem Schluss:
WENN der Weihnachtsmann irgendwann einmal die Geschenke gebracht hat, ist er heute tot.

8 Kommentare »

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  1. Buh Buh Buh…..damit versaust Du alle Illusionen:-)

    Und bestimmt bekommst Du diesmal keine Geschenke!

  2. Nachtrag: Hättest Du Interesse an cocacoligen Weihnachtskugeln?

  3. Ist doch ganz einfach! Der Weihnachtsmann kann die Zeit anhalten! Also echt.. weis doch jeder…

  4. @ Sibel
    Wollt ich auch grad sagen. Zeitreisen. ;-)
    – – –
    Graval, deine Erklärungen (von wo hast du die eigentlich?) sind wie Pornographie. Sie lassen keinen Platz für Interpretationen, Wünsche und die Vorstellungskraft. Man sieht alles, man weiß alles, man sieht (leider) auch die unschönen Sachen.
    Die allgemeine, von der Gesellschaft (und von den Kindern) anerkannte Erklärung des Phänomens “Weihnachtsmann” dagegen ist wie Erotik. Man sieht nicht alles, kann sich den Rest aber denken, was aber weitaus schöner und berauschender ist als der erste Punkt. ;-)

  5. Aaaaaaaalt. :-D

  6. @Hirnwirr: Hähä. Hab doch Geschenke gekriegt, bäh! :P Und ja zu den Colakugeln, sehr, ich habe ja eh noch dein Buch von Jan Weiler, das ich noch nicht zurückgeschickt habe – sorry hierfür :x :)
    @Sibel & Lichtschwert: Hm. Ist mir irgendwie ein bisschen zu logisch. ;)
    @Lichtschwert: Nun, ich hab nix gegen Porno. :P Und die Erklärungen hab ich vor einer Weile per Mail gekriegt. :)
    @Borstel: Ich sag dir gleich, wer von uns zwein alt aussehen wird, und es bin nicht ich. ;)

  7. Ha ha, gute Ueberlegungen, guter Text, danke! Den Papst gibts übrigens auch nicht ;-)

  8. Als ob man das nicht schon wüsste ;)


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