Nausicaä aus dem Tal der Winde (1984)

15. April 2010 um 22:44 | Veröffentlicht in Die Welt..., Ich, Kino / Film | 7 Kommentare
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In der Hayao-Miyazaki-Reihe auf Arte war heute der älteste Beitrag Nausicaä aus dem Tal der Winde am Zug, auf dessen Erscheinen hin das bekannte Studio Ghibli unter der Leitung von Miyazaki gegründet wurde, das bis heute zahlreiche Klassiker herausgebracht hat. Nausicaä erinnert sehr stark an Mononoke, obwohl man es eigentlich umgekehrt sehen müsste, da Mononoke gut 15 Jahre später erschien. Ich kann mir gut vorstellen, dass Miyazaki mit Mononoke einen Teil der Nausicäa-Geschichte neu erzählen wollte.

Story

Nausicaä ist eine Prinzessin aus dem Tal der Winde, das in einem Land liegt, das von einer giftigen Pilzpandemie heimgesucht wird, das sich rasend ausbreitet. In diesem Meer der Fäulnis finden sich unzählige Insekten, die für die Erhaltung der Pflanzen, die dort wuchern, sorgen. Zwar ist das Tal der Winde durch die Seewinde vor den Pilzsporen geschützt, aber es ist nur eine Frage der Zeit, bis diese sich im Tal ausbreiten. Als ein Frachter aus dem entlegenen Torumekia im Tal abstürzt ist es mit der Ruhe vorbei: Im Frachter befindet sich ein riesiger Titan, den die Torumekianer wiederum aus Pejite gestohlen haben. Mit diesem wollten sie das Meer der Fäulnis auslöschen, und schon bald folgen weitere torumekianische Truppen, die das Tal einnehmen und den Titan an sich reissen. Und auch Pejite hat in dieser Angelegenheit noch nicht das letzte Wort gesprochen…

Das Thema “Zusammenleben zwischen Mensch und Natur” ist omnipräsent in Miyazakis Werken, und dieser Film ist wieder einer, der dies wiedereinmal stärker zum Ausdruck bringt. Gibt es nicht einen Weg für die Menschen, die Natur unberührt zu lassen oder ist der Mensch dann dem Untergang geweiht? Diese Frage stellt sich nicht nur die Protagonistin Nausicaä (nach der griechischen Sagenfigur benannt, und trotz irreführender Schreibweise “Nausica-a” gesprochen) den ganzen Film durch, sondern auch der Zuschauer sucht nach einer Lösung für den Konflikt.

Der Einstieg in die Geschichte geschieht recht holprig, die ersten 10 Minuten bestehen grösstenteils aus Geräuschkulisse und einigen, wenigen Monologen, sowie einem Sprecher, der erklärt, worum es genau in dem Film geht. Das ist leicht irritierend, doch schon rasch findet der Film seinen Weg und die Story geht fliessend voran. Hie und da gibt es die eine oder andere kleinere Verwirrung, wenn der Zuschauer kurz überlegen muss, wo was genau passiert, aber alles in allem eine solide Erzählstruktur.

Parallelen

Es ist nicht das erste Mal (gut, chronologisch gesehen schon), dass Miyazaki Parallelen zur Realwelt zieht. Mal ist es Gesellschaftskritik, oder er lässt sich von realen Dörfern und Orten inspirieren. Hier ist offensichtlich, dass der Regisseur mit dem Mittelalter spielt. Die Menschen sind angezogen wie Leute im Mittelalter und auch ihre Dörfer und Burgen (sie nennen sie sogar teilweise so) haben wir alle doch auch schon irgendwo gesehen… aber wart mal! Pistolen? Panzer? Flieger? Womit wir beim zweiten Element wären, das der Film einsetzt. Der zweite Weltkrieg wird in Form der Panzer und Luftschiffe eingebracht, und letztere klingen und sehen sogar genau so wie die alten Bomber und Kriegsflugzeuge im zweiten Weltkrieg aus. Und in der absoluten und hinterhältigen Prinzessin Kushana und auch ihre Gefolgsleute erinnern gewissermassen an das propagierte Bild der Nazis, aber durch ihre Entschlossenheit ebenfalls an die Alliierten. Ich denke aber nicht, dass Miyazaki hier eine bewusst tiefgründige Parallele gesetzt hat, denn ungenau sind die Ähnlichkeiten dann doch.

Artwork

Dies ist wie erwähnt einer der ersten Filme von Miyazaki, und man sieht es ihm doch ein bisschen an. Die Farben weisen keine grosse Bandbreite auf, Schatten fehlen hie und da, und oft wurden Ebenen oder bereits benutzte Bilder verwendet. Dafür sind beispielsweise die Ohmus sehr ansprechend gestaltet, genauso wie die gesamte Insektenwelt, die sich im Meer der Fäulnis zeigt. Und das pokemonähnliche kleine Fuchs-Eichhörnchen Teto haben sicherlich auch Leute, die den Film nicht kennen, schonmal gesehen. Nicht hundertprozentig überzeugend, aber auch nicht schlecht; ob das Artwork des Films nun gut ist für die Zeit, kann ich zwar nicht sagen, wenn ich aber sehe, was damals sonst so erschien, nehme ich an, doch.

Soundtrack

Einige Stücke auf dem Soundtrack sind gelungen, ein kleiner Teil untermalt den Film jedoch weniger, sondern besteht aus einzelnen Stücken, die beispielsweise eine Stimmung oder ein Wesen beschreiben, heisst, wenn zum Beispiel ein Vogel kommt, hört man nicht Vogelgezwitscher aus der Dose, sondern eine Melodie, die so klingt. Was ziemlich komisch und ungewohnt ist, auch von Miyazakis Filmen. Aber auch hier ist das nur ein geringer Teil zu Beginn, mit der Zeit nehmen diese Soundeffekte bzw. eben Klänge ab. Dafür machen sich ab und zu Technobeats breit, die gut möglich in die 80er passen, von denen ich aber immer noch nicht genau weiss, ob ich sie nun gut finden soll. Manchmal sind sie es, zeitweise aber auch nicht ;). Für die klassischen Stücke war wieder Joe Hisaishi verantwortlich, und eins der Stücke, das ich nicht mehr aus den Ohren kriege, stammt aus seiner Feder. Es geht so: La La Lala Lala La. Ihr glaubt mir nicht?

Nausicaä ist nicht der beste Film von Studio Ghibli, aber er ist gut. Er ist ein modernes Märchen, das mehr Fragen aufwirft, als vielleicht die anderen Anime von Miyazaki, dafür aber auch keine richtigen Antworten liefert. Er regt zum denken an, und unterhält gleichzeitig.

P.S.: Ganz genial fand ich auch die Aussage von Kushana, als sie von ihren Prothesen erzählt, und sowas sagt wie “Wer sich dann mein Gemahl nennt, wird noch mehr Prothesen zu sehen bekommen.” – Danke, wir wolltens NICHT wissen ;)

Bilderquelle: Boerse.bz

Aufsteller des Abends

15. April 2010 um 18:14 | Veröffentlicht in Die Welt..., Ich, Tag | 10 Kommentare
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Nach einem langweiligen und öden Tag, der mir wieder einmal nichts zeigte, ausser, wie nervig und dämlich gewisse Leute in meiner Klasse sein können, stellte mich folgender Zeitungsartikel auf:

London – Ein ungewöhnliches Trinkgeld hat ein Taxifahrer in London erhalten: Nachdem er den Künstler Damien Hirst durch die Stadt gefahren hatte, bekam er von ihm eine Zeichnung für seinen Sohn geschenkt.

Jetzt wird das Papier bei einem Auktionshaus versteigert und soll bis zu 5000 Pfund (rund 8100 Franken) einbringen, wie der Sender BBC berichtete. Mit dem Geld will der 15 Jahre alte Sohn des Taxifahrers eine Kamera kaufen und seinen Traum von einer Karriere als Filmemacher erfüllen.

Auf dem Notizpapier sind ein Totenkopf, ein Hai und ein Schmetterling zu sehen. Ausserdem hat Multi-Millionär Hirst dem Jungen ein aufmunterndes “Gib die Kunst nicht auf!” auf das Blatt geschrieben.

Ich weiss auch nicht warum, aber das hat mich aufgestellt :)

Quelle: Swissinfo.ch
Bilderquelle: Tagesanzeiger.ch

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